Iran öffnet Strasse von Hormus – USA bleiben bei Blockade
Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs will die Staatsführung in Teheran die Strasse von Hormus wieder für die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen öffnen. Umgekehrt will die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur Schiffe mit einem Start- oder Zielhafen im Iran betrifft, wie Präsident Donald Trump betonte.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi erklärte auf X, Handelsschiffe könnten während der verbleibenden Waffenruhe, die Mittwoch endet, durch die Meerenge fahren. Die Schiffe müssten jedoch auf einer von der Islamischen Republik vorgegebenen Route bleiben.
Trump schrieb auf Truth Social, die Strasse von Hormus sei vollständig geöffnet und bereit für den Geschäftsverkehr und die uneingeschränkte Durchfahrt – die US-Seeblockade gegen den Iran bleibe jedoch «bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran in vollem Umfang bestehen.» Kurz nach Bekanntwerden der Nachrichten sanken die Ölpreise.
Der Iran hatte die Strasse nach Beginn des militärischen Konflikts am 28. Februar blockiert. Araghtschi liess offen, ob Tanker und Frachtschiffe für die Durchfahrt dem Iran eine Mautgebühr zahlen müssen. Unklar ist auch, wie sich die Ankündigung des Irans auf die Schifffahrt auswirken wird. Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen im Persischen Golf fest. Ein Grund dafür sind Berichten zufolge auch hohe Policen von Versicherern wegen des Kriegsrisikos.
Die Waffenruhe im Iran-Konflikt gilt seit dem 8. April und endet am 22. April. Derzeit laufen internationale Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die Feuerpause zu verlängern.
Als Grund für die Öffnung führte Araghtschi die Waffenruhe im Libanon an. Diese trat in der Nacht zum Freitag in Kraft. Dort hatte sich die proiranische schiitische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert. Die libanesische Regierung sowie die regulären Streitkräfte des Landes betonten mehrfach, dass sie nicht direkt an diesen Kampfhandlungen beteiligt waren.