Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise – Neue Angriffe
Eine ballistische Rakete fliegt Richtung Nato-Land Türkei, Israel greift weiter Hisbollah-Stellungen im Libanon an, in den Golfstaaten gibt es Drohnen-Attacken auf zivile Ziele, die USA versenken vor Sri Lanka ein Kriegsschiff und durch die Strasse von Hormus kommt kaum mehr Öl und Gas: Der noch keine Woche alte Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise.
In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter Ziele im Libanon. Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen könnte.
Experte: Teheran will Kriegskosten für Washington erhöhen
«Iran versucht, den Konflikt zu regionalisieren», sagt der Leiter des Iran-Programms der International Crisis Group, Ali Vaez. «Die Angriffe auf die Golfstaaten und US-Stützpunkte zeigen, dass Teheran davon ausgeht, dass die beste Option ist, die Kosten für Washington uns seine Verbündeten so schnell wie möglich zu erhöhen.»
Das Abfeuern einer ballistischen Rakete auf die Türkei am Mittwoch stellte eine neue Eskalationsstufe dar. Das iranische Geschoss hätte den wichtigen Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik treffen sollen, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf US-Militärkreise. Die Rakete war von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden.
IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-Krieg
Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) warnte Europa unterdessen vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte. «Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen Menschen die Grenze überquert haben», sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.
Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. «Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird», sagte die US-Amerikanerin. «Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die grossen Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen.» Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. Das könnte dann zu mehr Fluchtbewegungen führen, sagte sie.