«Wir wollten ein Bike-Happening für alle»
DZ: Ralph Näf, Sie haben nach Ihrer Aktivkarriere die Seiten gewechselt und sind nun Teammanager. Wie ist es dazu gekommen?
Ralph Näf: Erste Gedanken, mal ein eigenes Team zu führen, kamen schon während meiner Karriere auf. Als ich dann 2015 aufhörte und die Chance erhielt, als Manager des «Stöckli Pro Teams» einzusteigen, musste ich diese einfach nutzen. 2018 fand ich mit «Thömus» den Sponsor für mein eigenes Rennteam. Seitdem entwickle ich gemeinsam mit dem Radhersteller und dem Antriebsspezialisten «Maxon» die Mannschaft konsequent und ambitioniert weiter – inklusive einer nachhaltigen Nachwuchsförderung (neben Weltklasse-Cracks wie Lars Forster, Mathias Flückiger oder Alessandra Keller figurieren auch die hoffnungsvollen Talente Vital Albin und Luke Wiedmann; die Redaktion).
Wie muss man sich Ihre Rolle als Teammanager vorstellen?
Wir sind ein reines Schweizer Team mit nationalen Partnern und Sponsoren. Wir machen alles selbst und haben dadurch zwar etwas mehr Stress als die «Werkteams», dafür aber kürzere Entscheidungswege. Ich selbst bin multifunktional unterwegs: Ich buche, mache Planung und Verträge, und an den Renntagen bin ich als Coach an der Strecke. Wir sind eine gut funktionierende Equipe, zu der auch noch Mechaniker und ein Physiotherapeut gehören.
Der Weltcupevent am vergangenen Wochenende in Leogang (A) verlief für Ihr Team sehr erfolgreich. Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen?
Ich bin mit den Ergebnissen sogar sehr zufrieden. Wir wollen zwar immer das Maximum herausholen. Wenn dann aber ein Fahrer – wie am Sonntag Lars Forster – einen Weltcupsieg erringen kann, ist das schon ein Highlight. Denn es hat doch gegen 200 Fahrer am Start. Für mich war jenes Rennen aber stressiger als andere. Wenn es um den Sieg geht, ist man angespannter als sonst. Letztendlich konnten wir den Sieg aber doch noch ein klein wenig feiern. Doch nicht sehr lange, denn schliesslich geht es am nächsten Wochenende bereits mit den Europameisterschaften weiter. Mitten in der Saison geht es Schlag auf Schlag.