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Schweiz und Welt

Interpellation bringt Erste Hilfe aufs politische Tapet

Südostschweiz
01.02.2021, 04:30 Uhr
heute um 16:56 Uhr

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. «Nach zehn Minuten, in denen keine lebenserhaltenden Sofortmassnahmen angewandt werden, ist eine Person mit einem Herz-Kreislaufstillstand mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr reanimierbar», sagt Stephan Muggli zu TV Südostschweiz. Dieses sehr kurze Zeitfenster macht dem Landrat aus Glarus Süd mit Blick auf die Topografie des Glarnerlands Sorgen. «Orte wie Elm, Linthal oder jene auf dem Kerenzerberg lassen sich durch den Rettungsdienst nicht innerhalb von zehn Minuten erreichen», so Muggli.

In einer Interpellation stellt der FDP-Landrat gemeinsam mit Landrätinnen und Landräten der BDP, CVP, SP und SVP dem Regierungsrat Fragen zur Schaffung eines First-Responder-Netzwerks im Kanton. Dieses könnte die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand in dezentraleren Orten im Glarnerland «deutlich» erhöhen.

First Responder («Erstantwortende») sind lokale und geschulte Ersthelfende, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand von der Notrufzentrale 144 aufgeboten werden, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.

In anderen Kantone bereits vorhanden

Der Interverband für Rettungswesen empfehle den Anschluss von First Respondern an eine Baulichtorganisation, führen die Interpellanten zudem aus. Es gebe auch entsprechende Systeme in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie der Alpinen Rettung Schweiz oder regionalen Samaritervereinen. In zahlreichen Kantonen gebe es bereits flächendeckende oder lokale First-Responder-Netzwerke. Oder solche würden zurzeit aufgebaut.

Konkret wollen die fünf Interpellanten vom Regierungsrat wissen:

  • Ob zurzeit bei Herz-Kreislaufstillstand allen Betroffenen im Kanton schnell genug geholfen werden könne oder Handlungsbedarf bestehe.
  • In welchen Regionen ein First Responder vor dem Rettungsdienst vor Ort sein könnte, um mit den wiederbelebenden Massnahmen zu beginnen.
  • Weshalb der Kanton Glarus bisher kein First-Responser-System eingeführt habe.
  • Ob konkrete Pläne im Kanton bestünden, ein First-Responder-System einzuführen.
  • Sollte der Kanton ein First-Responder-System einführen wollen, wie er sich ein solches konkret vorstelle und wie viel es im Jahr kosten würde.

(ml/kst)

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