«Interessen und Angst vor Neuem vermengen sich»
Das geplante Event-Schiff von Unternehmer Oliver Bühler im Rapperswiler Hafen sorgt für Diskussionen (die «Linth-Zeitung» berichtete). Nun nimmt Stadtpräsident Martin Stöckling Stellung.
Wieso will die Stadt ein grosses neues Event-Schiff für private Gruppen im relativ kleinen Rapperswiler Hafen parken lassen?
Martin Stöckling: Ein Hafen dient dem Zweck, Parkplätze für Schiffe zur Verfügung zu stellen. Das Event-Schiff bietet ein neues Angebot für eine breite Bevölkerung – das bedingt auch eine gewisse Grösse. Es ist mal etwas Neues und führt zu einer Bereicherung und generiert lokale Wertschöpfung.
Das Schiff ist eine Bereicherung und generiert lokale Wertschöpfung.»
Oliver Bühler rechnet mit 80 bis 100 Fahrten im Jahr. Das heisst, das Schiff wird die meiste Zeit im Rapperswiler Hafen parkiert sein. Was ist der Mehrwert aus öffentlicher Sicht?
Wir haben jetzt schon drei Schiffe im Hafen, die permanent dort sind. Der Stadtrat sieht im Event-Schiff mehr Positives als Negatives.
Jährlich bewegen sich laut Touristikern gegen 1,5 Millionen Personen am Seequai. Das Event-Schiff bringt zusätzliche Frequenzen von zirka 15 000 Personen – mit kaum vorhersehbarem Effekt für das restliche Altstadtgewerbe. Das Schiff beeinträchtigt zugleich das Ortsbild. Stehen «Kosten/Nutzen» da im guten Verhältnis?
Wir haben klare Vorgaben zur Grösse des Schiffs gemacht. Wenn das eingehalten wird, schauen der Stadtrat und die Stadtbildkommission die Beeinträchtigung des Ortsbildes als nicht gravierend an. In den Workshops zur Belebung der Altstadt wurde nach einem «Leuchtturm» am Fischmarktplatz verlangt. Das Visitor Center haben die Bürger abgelehnt. Das ist zu akzeptieren. Das Event-Schiff ist ein neuer Versuch. Wenn wir nichts zulassen und mutlos alles Neue ablehnen, treten wir an Ort.