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Schweiz und Welt

Darum soll die Blaue Post ihre Fassade behalten

Südostschweiz
27.12.2022, 16:30 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Das Baugesuch, das im vergangenen Juli beim Departement Bau Planung Umwelt der Stadt Chur auflag, sorgte in Kultur- und Architektenkreisen über die Kantonsgrenzen hinweg für Aufruhr. Der Grund: Im Rahmen einer Verbesserung der Erdbebensicherheit und Energieeffizienz möchte die Credit Suisse Anlagestiftung, die Eigentümerin der Blauen Post, die Gebäudehülle erneuern. In den Umbauplänen ist vorgesehen, die markante blaue Metallfassade durch eine vorgehängte Rasterfassade aus Glasfaserbeton zu ersetzen.

Heimatschutz organisiert Informationsveranstaltung

Um dieses «radikale Facelifting» abzuwenden, organisiert der Bündner Heimatschutz (BHS) gemeinsam mit dem Bund Schweizerischer Architektinnen und Architekten (BSA), dem Schweizerischen Werkbund Graubünden (SWB) sowie dem Schweizerischen Architekturmuseum Basel am 17. Januar eine Informationsveranstaltung in Chur. Die Verantwortlichen möchten aufzeigen, inwiefern ein Fassadenerhalt Vorteile bringt in Bezug auf die Baukultur, die Ökologie und die Ökonomie.

Schnell organisierter Widerstand

Nach Eingabe des Baugesuchs im Juli formierte sich der Widerstand schnell, wie der BHS in einer Mitteilung festhält. Den im September lancierten Aufruf «Gegen die Zerstörung der Blauen Post» unterschrieben innert weniger Tage über 200 Personen. Die Bemühungen des BHS, mit der Eigentümerin ins Gespräch zu kommen, seien von dieser zurückgewiesen worden. Aus diesem Grund habe er Anfang Dezember gemeinsam mit dem BSA und dem SWB einen Unterschutzstellungsantrag bei der Bündner Regierung eingereicht, schreibt der BHS weiter.

Die Blaue Post, 1983 fertiggestellt, ist ein Werk des Churer Architekten Richard Brosi (1931–2009), einem der profiliertesten Architekten der Bündner Nachkriegsmoderne. Das auffällige Gebäude wird in Fachkreisen als Baudenkmal von zumindest regionaler Bedeutung eingestuft, wie der BHS schreibt. Mit dem geplanten vorgehängten Raster aus Glasfaserbeton würde das expressive Gebäude uniformiert und anonymisiert. Die angestrebte energetische Verbesserung des Gebäudes, hält der BHS fest, liesse sich mit einfachen Massnahmen unter grösstmöglicher Wahrung der originalen Substanz realisieren. (sz)

Veranstaltungshinweis
Dienstag, 17. Januar 2023, Kulturgarage Okro (Tittwiesenstrasse 21, Chur), 19–21 Uhr
Die Blaue Post in Chur: Baukulturelle, ökologische und ökonomische Vorteile des Fassadenerhalts.

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