In Schweizer Wäldern wachsen wenig oder die falschen Jungbäume
Der Schweizer Wald hat ein Nachwuchsproblem. Vielerorts wachsen zu wenige oder nicht an den Klimawandel angepasste junge Bäume nach.
Zu diesem Schluss kommen Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in verschiedenen Forschungsprojekten. Sie stellen ihre Erkenntnisse in einer Sondernummer der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen vor, wie die WSL am Dienstag mitteilte.
Während auf der Alpennordseite nach Stürmen die Zahl der Jungbäume zugenommen hat, ist sie in den Zentralalpen und auf der Alpensüdseite deutlich geringer, wie die WSL schreibt. Gründe dafür seien Lichtmangel in überalterten Wäldern oder Schäden durch Wildtiere.
Regionale Unterschiede
Die Situation bei der Waldverjüngung ist laut den WSL-Forschenden je nach Region sehr unterschiedlich. Auf der Alpennordseite hat die Anzahl der Jungbäume pro Hektar nach den Winterstürmen Vivian und Lothar zugenommen. Dort wachsen vor allem viele Laubbaumarten nach.
In den Zentralalpen, wo Nadelhölzer dominieren, und auf der Alpensüdseite ist die Verjüngung hingegen deutlich geringer. Als Gründe nennen die Forschenden überalterte Wälder, in denen es den Jungbäumen an Licht mangelt, sowie Schäden durch eine hohe Zahl an wilden Huftieren.
Auch zwischen Tiefland und Gebirge gibt es Unterschiede. In tiefen Lagen setzt die Trockenheit der wirtschaftlich wichtigen Fichte zu, während klimafitte Baumarten noch nicht überall vorhanden sind. Im Gebirge senken zu alte Bestände die Schutzwirkung des Waldes vor Naturgefahren.
Nachwuchsförderung für den Wald
Diese Entwicklung ist laut der Forschungsanstalt angesichts des Klimawandels problematisch. Extremereignisse wie Trockenheit oder Borkenkäferbefall zeigten die Anfälligkeit der Wälder. Im Tiefland leide die Fichte, während in den Bergen überalterte Bestände die Schutzwirkung vor Naturgefahren langfristig senken könnten.