In Nepal läuft Parlamentswahl an
In Nepal ist die Wahl zu einem neuen Bundesparlament angelaufen. Die Wahllokale sind seit dem Morgen (7.00 Uhr Ortszeit, 2.15 Uhr MEZ) geöffnet.
Es ist die erste Wahl in dem Himalaya-Staat nach den tödlichen Unruhen vor sechs Monaten, die zum Rücktritt des damaligen Regierungschefs Khadga Prasad Sharma Oli und zur Auflösung der Nationalversammlung führten.
Die vorgezogene Wahl zum Unterhaus, die die mächtigere der beiden Parlamentskammern ist, hat eine grosse richtungsweisende Bedeutung. Zugleich gilt sie als Test für den Einfluss der jüngeren Wähler.
Eine Sperrung von etlichen Social-Media-Plattformen hatte im September in Nepal Zehntausende, meist junge Menschen der «Generation Z» auf die Strasse getrieben. Die Demonstranten prangerten zudem weit verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft an. Im Zuge der Unruhen kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.
Ungewisser Wahlausgang
Etwa 19 Millionen Menschen, darunter Hunderttausende Erstwähler, sind wahlberechtigt. Aus Mangel an repräsentativen Umfragen gilt eine Voraussage für den Wahlausgang als schwierig.
Doch werden dem 35 Jahre alten früheren Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, Balendra «Balen» Shah, gute Chancen eingeräumt, nächster Premierminister des Landes zu werden. Der als populistisch geltende Shah, ein ehemaliger Rapper, geht als Spitzenkandidat für die relativ junge zentristische Partei Rastriya Swatantra Party (RSP) ins Rennen.
Als ihre grössten Rivalen gelten die früheren Regierungsparteien Nepali Congress, die politisch links der Mitte steht, sowie die Kommunistische Partei Nepals (Vereinigte Marxisten-Leninisten). Letztere wird vom 74-jährigen Oli angeführt, der sich trotz seines Rücktritts im September noch einmal um das Amt des Regierungschefs, das er schon mehrmals innehatte, bewerben will.
275 Parlamentssitze