In den Finken zum Doktor
Die Pläne der Privama AG «lassen grosse Hoffnung aufkommen», teilt ihr Mediensprecher Raphael Frangi mit. Gleich selbst hat er auch Stimmen zum Vorhaben der Privama eingeholt; von Regierungsrat Rolf Widmer, Glarus Süd-Gemeindepräsident Mathias Vögeli und dem Schwandner Hausarzt Renato Kamm. Und das Privama-Projekt, führt Frangi weiter aus, «scheint das Bedürfnis einer ganzen Region nach einer ganzheitlichen und nachhaltigen Gesundheitsgrundversorgung für Glarus Süd zu decken.»
Ganz unrecht hat er damit wohl nicht. Denn diese gesundheitliche Grundversorgung weist in Glarus Süd wegen des Mangels an Hausärzten zusehends grössere Defizite auf. Schon seit Längerem möchte der 46-jährige Kamm dazu beitragen, diese Situation zu entschärfen – zumal es in seiner Arztpraxis an der Hauptstrasse 42 in Schwanden immer enger wurde. Eine Gruppenpraxis mit anderen Ärztinnen und Ärzten schwebte ihm vor, und so begann er vor rund fünf Jahren damit, nach dafür geeigneten Räumen Ausschau zu halten. «Ich hatte auf meiner Suche mit unzähligen Leuten gesprochen», sagte der verheiratete Vater je eines acht- und sechsjährigen Kindes gestern zur «Südostschweiz». Der Kontakt zu Giuseppe Mongiovì sei dann zustande gekommen, «weil meine Frau als Rechtsanwältin mit ihm zusammen in der gleichen Anwaltskanzlei arbeitet.»
Mongiovì ist Anwalt bei der Kanzlei «Emmlegal – Erne, Meier, Mongiovì» mit Büros in Zürich und Ennenda, war 2004 bis 2008 Schreiber am Glarner Kantonsgericht und ist einziger eingetragener Verwaltungsrat der Privama.
Herbst 2020 – im «Idealfall»
Kamms Gesundheitszentrum wird an der Sernftalstrasse das ganze Erdgeschoss belegen. Was es genau umfasst, ist dagegen noch offen. «Wir sind noch in der Planungsphase», sagt der Arzt. «Als Minimalvariante würde ich einfach mit meiner Praxis in das Gebäude umziehen.»