Altes Regime, neue Massnahmen
«Im Winter 2022/2023 startete das Mitwirkungsverfahren zur Fertigstellung des GVK unter Einbezug einer breit abgestützten Begleitgruppe. Im Fokus stand die zukünftige Verkehrsführung im Zentrum von Davos. Mit einem breiten Variantenfächer wurde das Spektrum möglicher Verkehrsführungen weit ausgelotet», schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. Wie verschiedentlich vernommen werden konnte, stand auch ein Ausbau der Talstrasse für den Gegenverkehr zur Diskussion. Doch dieser Punkt wurde nun verworfen – die heutige Verkehrsführung mit dem Einbahnstrassensystem auf der Promenade und der Talstrasse bleibe bestehen, hält die Gemeinde fest. Man habe aber geprüft, zur Aufwertung der Promenade eine autoarme Zone zwischen Postplatz und Hotel Panorama einzuführen, erklärt Landammann Philipp Wilhelm gegenüber der DZ. «In einer Gesamtabwägung hat sich aber gezeigt, dass der dafür notwendige Ausbau der Talstrasse in keinem Verhältnis zur Schaffung einer autoarmen Zone auf der Promenade steht.» Denn auf der Talstrasse hätten diverse bauliche Massnahmen durchgeführt werden müssen – «was einzeln betrachtet machbar gewesen wäre, in der Summe aber nur schwer lösbar ist», begründet Wilhelm. Verbunden damit seien auch Verfahrensrisiken – kurzum: Die Rechtssicherheit dieses Vorhabens sei zu wenig gegeben, stellt der Landammann klar.
Tempo 30 unbestritten
Was hingegen vorgesehen wurde, sind diverse Aufwertungsmassnahmen. Dazu gehört auch eine flächendeckende Einführung von Tempo 30. «Dieser Punkt war einer der unbestrittensten in der Begleitgruppe», blickt Wilhelm zurück. Auch aus lärmtechnischer Sicht sei dieser Schritt absehbar gewesen, da der Kanton ohnehin ein Lärmsanierungsprojekt umsetze. Wo konkret Tempo 30 eingeführt werden soll, sei noch nicht abschliessend geklärt. «Sicherlich auf der Promenade und auf der Talstrasse, ob aber auch beispielsweise auf der Dischmastrasse, ist noch offen», so Wilhelm. Zum Umsetzungszeitpunkt konnte er noch keine Angaben machen. «Da sind wir auch vom Kanton abhängig.»
Auch ÖV-Ausbau geplant
Ein weiterer Punkt im GVK ist die bessere ÖV-Anbindung von Randgebieten und von neuen Entwicklungsgebieten. «Es wurde ein ÖV-Zielbild erstellt. Wie genau die Rand- und die Entwicklungsgebiete, wie beispielsweise die Mattastrasse oder das Areal Valbella, erschlossen werden sollen, dazu müssen wir uns noch Gedanken machen.» Geplant ist auch die Einführung eines Park-and-Ride-Systems am Davosersee. Denn der dortige Parkplatz stösst an schönen Sommertagen immer mal wieder an seine Kapazitätsgrenzen. Inwiefern spielt diese Überlegung mit? «Beim Seeparkplatz müssen wir ohnehin abwarten, welche Pläne der Kanton bezüglich Flüela-Bypass verfolgt», gibt der Landammann zu bedenken. Denn bekanntlich soll die Situation bei den Bahnübergängen Sand- und Flüelastrasse verbessert werden. Eine Variante sieht vor, eine neue Strassenverbindung zwischen dem Seeparkplatz und der Stilli zu errichten. Entsprechend würden dann die Pläne für das Park-and-Ride und eine damit verbundene Bushaltestelle erst später konkretisiert.
Promenade als Flaniermeile aufwerten
Ebenfalls vorgesehen ist gemäss Mitteilung «die Schaffung attraktiver Freiräume entlang der Promenade (zum Beispiel Postplatz und Begegnungszone Mitte)». Auf Anfrage hält der Landammann fest, dass man die mit dem Bau des Parkhauses Arkaden begonnene Umlagerung der Parkplätze in den Untergrund weiter vorantreiben möchte. Sprich: Die Seitenparkplätze entlang der Promenade sollen verschwinden – zugunsten einer «attraktiven und flanierfähigen Gestaltung», wie Wilhelm sie nennt. Auch der Postplatz soll attraktiver gestaltet werden, ebenso der Parkplatz vis-à-vis des Migros Symondparks. «Auch dort steht ja ein grosses Parkhaus als Ersatz in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.» Kombiniert mit der angelaufenen Umsetzung des Parkleitsystems könne mit diesen Massnahmen die Mobilität im Zentrum von Davos deutlich optimiert und die Aufenthaltsqualität spürbar verbessert werden.
Zu den weiteren Punkten, die mit dem GVK umgesetzt werden sollen, hält die Mitteilung fest: «Die Neugestaltung der beiden Bahnhöfe, die Verbesserung des Netzes für den Fuss- und Veloverkehr sowie die Aufwertung der Verkehrssicherheit an heiklen Kreuzungen und bei Unterführungen.» Das Resultat schaffe nun die notwendige Planungssicherheit, um in den nächsten Planungsschritten konkrete Massnahmen anzugehen. Das Konzept und die Dokumentation des Variantenstudiums werden nun bis im November fertiggestellt. Gleichzeitig werde geprüft, ob das finalisierte Konzept und seine Massnahmen geeignet seien, um über eine Teilnahme am Agglomerationsprogramm Finanzierungshilfen des Bundes zu erhalten. Über eine solche Teilnahme entscheiden wird letztlich der Grosse Landrat.