Immobilienverkauf: Digitale Portale schiessen am Ziel vorbei
von Sascha Ginesta, Eidg. dipl. Betriebswirtschafter und Immobilienbewerter mit eidg. FA, Leiter Vermarktung Graubünden bei Ginesta Immobilien
Online, schneller, billiger. Was die neuen online Akteure im Immobilienverkauf anpreisen, tönt auf den ersten Blick verlockend. Aber es ist falsch. Denn die neuen Anbieter verkaufen vor allem digitale Standardware und dabei geht der Hauptfokus verloren, der Kunde steht nicht mehr im Zentrum wie bei traditionellen Vermittlern. Vielmehr geht es um rasche Abschlüsse statt eines optimalen Ergebnisses. Und das angepriesene Festpreismodell ist zum Nachteil der Verkäufer, weil keine Übereinstimmung der Interessen mehr besteht, ganz im Gegensatz zu dynamischen Provisionsverträgen mit Maklern, bei denen ein guter Verkauf finanziell belohnt, ein schlechter im Gegenzug bestraft wird. Verkäufer verlieren bei Festpreismodellen in der Regel viel mehr Geld, als sie vermeintlich einsparen, gerade im aktuellen Marktumfeld. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist
also ungenügend.
Quereinsteigern fehlt Fachwissen
Neben der Kurzfristigkeit, die eine umfassende Betreuung eines Kunden per se ausschliesst, weisen die digitalen Anbieter ein weiteres Manko auf, nämlich fehlendes Immobilien-Fachwissen. Viele von ihnen sind Quereinsteiger, keine Fachpersonen. Vorsicht ist geboten, denn beim Verkauf einer Liegenschaft handelt es sich bei Privatpersonen in der Regel um den grössten Wert ihres Vermögens.
Ohne Sorgfalt und ein strukturiertes Vorgehen besteht die Gefahr, ein schlechtes Verkaufsergebnis zu erzielen und Werte zu vernichten. Umso wichtiger ist der Beizug eines erfahrenen Partners. Immobilienmakler garantieren mit anerkannten Gütesiegeln und der zertifizierten Ausbildung der Mitarbeitenden – vom Immobilien-Treuhänder, -Makler, -Schätzer bis zum -Verwalter – eine umfassende und massgeschneiderte Betreuung.