Fachkräftemangel verhindert im Mai Operationen während der Nacht
«Nachdem die Spital Davos AG während der Wintersaison schweizweit noch eine Ausnahme bildete, macht sich der bekannte Fachkräftemangel im Gesundheitssystem nun leider auch in Davos bemerkbar», heisst es in einer am Dienstag verbreiteten Meldung. «Trotz rechtzeitiger und intensiver Bemühungen zur Personalsuche kommt es im Bereich der technischen Operationsassistenz zu einem Personalmangel. Diese Ausnahmesituation führt dazu, dass das Spital Davos den Operationssaal im Mai während der Nacht nicht betreiben kann.» Zur Durchführung einer Operation seien mindestens sechs Personen notwendig, erklärt Spitaldirektor Daniel Patsch auf Anfrage. Da seien einmal die Ärzte: Operateur sowie die Anästhesie. Dann brauche es zwei technische Operationsassistenten und je eine Person aus dem Bereich Anästhesie sowie Lagerungspflege. «Alle diese Personen müssen im Bereitschaftsdienst bereitstehen und innert maximal 30 Minuten im Spital sein.» Dazu hätten sie während des Monats Mai einfach nicht das notwendige Personal.
Notfalldienst bleibt offen
«Patientinnen und Patienten werden aber selbstverständlich weiterhin rund um die Uhr betreut, und auch die Notfallstation bleibt 24 Stunden pro Tag geöffnet. Das zuständige Notfallpersonal kümmert sich in der Nacht bei einem dringenden Operationsbedarf um eine entsprechende Verlegung nach Chur. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die in der Zwischensaison anfallenden Operationen wie in den vergangenen Jahren grösstenteils tagsüber durchgeführt werden können», heisst es weiter in der Meldung des Spitals.
Leistungsvereinbarung
Notfalloperationen auch während der Nacht durchführen zu können, sei eine der Leistungen, zu denen sich das Spital verpflichtet habe, sagt wiederum Patsch. «Im Winter kommt das oft vor, und ich finde es eine wichtige und sinnvolle Aufgabe eines Spitals.» Sie würden sich glücklich schätzen, dass dieser Engpass bei den technischen Operationsassistenten hoffentlich nur während des Monats Mai bestünde, fährt er fort. Anschliessend könnten sie ihren Leistungsauftrag wieder vollumfänglich ausführen. «Es ist verkraftbar, wenn wir im Mai eine bis zwei Personen nach Chur verlegen müssen.»
Ist es notwendig?
Eine weiterführende Frage kann allerdings lauten, warum es an einem Ort wie Davos überhaupt einen 24-Stunden-Operationsdienst brauche. «Diese Frage wurde in der Vergangenheit auf Kostenseite tatsächlich auch schon beleuchtet und wird weiterverfolgt», antwortet Patsch.