«Ich würde es sofort wieder machen»
Das Ende der Regelschule naht. Was überwiegt: Das lachende Auge, dass die Schulzeit fertig ist, oder das weinende, weil eine coole Zeit nun zu Ende geht?
Das ist eine schwierige Frage. Ich werde die Talentschule wirklich sehr vermissen. Aber ich freue mich natürlich auch auf einen neuen Abschnitt in meinem Leben. Die Schule wird schwierig zu toppen sein, denn die Lehrer und besonders die jetzige Abschlussklasse sind mir sehr ans Herz gewachsen. Für mich sind diese Lehrpersonen nicht einfach nur Lehrer, sondern noch viel mehr. Sie nahmen mir jeglichen Druck und waren zu jeder Zeit für mich da. Die letzten Monate waren für mich nicht immer einfach. Durch eine Infektion wurde mein Immunsystem total geschwächt und ich war in den letzten Monaten leider sehr viel krank. Auch hatte ich diverse psychosomatische Beschwerden. Die Lehrer wie auch meine Sportler-Kollegen haben mich immer wieder aufgebaut, mir Mut gemacht und mich gestärkt.
Wie stolz bist du darauf, als erste Musikerin die Talentschule nun abzuschliessen?
Ich bin sehr happy, dass ich vor drei Jahren diesen Entschluss gefasst habe, und würde es wieder machen. Es ist ein sehr schönes Gefühl, als erste Musikerin die Talentschule Davos abzuschliessen. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch bei allen Beteiligten bedanken. Die drei Jahre werden für mich unvergesslich bleiben.
In welcher Hinsicht konntest du am meisten profitieren, und was war schwierig?
Schule und Musik zusammen, das passt einfach. Musikalisches Wissen vertiefen, theoretische Kompetenzen und das regelmässige Üben in Gesang und Klavier haben mich persönlich sehr viel weiter gebracht. Ich denke jedoch, es ist ein wirklich hoher Preis, den man zahlen muss, wenn man wirklich weiterkommen will in dieser Branche. Es ist wie im Sport: Um weiterzukommen, muss man kämpfen und Spannungen auch aushalten können. Ich bin eine sehr sensible Person und ein totaler Harmonie-Mensch. Was sich hinter den Kulissen abspielt, ist teils brutal. Äusserlich scheint es, als ob alles gut aussieht, doch hintenrum sieht es anders aus. Das ist sicher ein grosses Lernfeld für mich. Was genial ist: Hier konnten mir diverse Kollegen der Talentschule, die alle im HCD-Nachwuchs spielen, gute mentale Tipps geben und mir immer wieder Mut machen. Das schätzte ich sehr. So verschieden man ist, sie im Sport ich in der Musik, gibt es doch immer wieder Parallelen.