Warum MINT-Förderung an einer PH?
DZ: Die Pädagogische Hochschule engagiert sich seit 16 Jahren für die MINT-Förderung im Allgemeinen sowie für Robotik-Wettbewerbe wie die First legoe League im Speziellen. Gemeinsam mit ihren Partnerinnen der EMS Schiers, der Fachhochschule GR und «Hands on Technology» führt sie nun das Finale D-A-CH im Kongresszentrum in Davos durch. Warum dieses Engagement?
Curcio: Unsere Gesellschaft verändert sich anhaltend, tiefgreifend und nachhaltig. Megatrends wie Wissensgesellschaft, Konnektivität oder Individualisierung wirken sich direkt auf die Anforderungen und Erwartungen gegenüber der Schule aus. Eine Aufgabe der Schule ist es, die Kinder und Jugendlichen auf die hoch technologisierte Welt von morgen vorzubereiten. Das Erlernen der Informatik, sozusagen als Kulturtechnik, wie es auch die Sprache oder die Mathematik ist, sowie die Erfahrung, mittels einer Programmiersprache Roboter anzusteuern, um Aufgaben beziehungsweise Probleme zu lösen, fördern Kinder und Jugendliche in ihrem Denken. Die Aufgaben, die jährlich im Rahmen der First Lego League entwickelt werden, berücksichtigen die Lebenswelt der Kinder sowie Jugendlichen und lassen unterschiedliche Lösungswege zu.
Ladner: First Lego League ist ein international durchgeführtes MINT-Förderprogramm, in welchem die Kinder und Jugendlichen in sportlicher Atmosphäre an Wissenschaft und Technologie herangeführt werden. Dies erleichtert ihnen den Zugang zu den MINT-Fächern und weckt das Interesse an diesen Inhalten. Sie werden dank kreativen Lösungsansätzen zu kreativen Lösungen im Team herausgefordert und das analytische wie auch forschende Lernen wird dadurch gefördert.
Curcio: Eine gelingende digitale Transformation stellt den Menschen ins Zentrum und dient der Gesellschaft. Damit diese humane digitale Transformation gelingen kann, bedarf es einer Demokratisierung der Technologie. Dadurch bleibt das Programmieren von Robotern nicht einem kleinen Kreis von Technikerinnen und Technikern vorbehalten. Mit Programmen wie der First Lego League tragen wir wesentlich zu dieser humanen digitalen Transformation und der Etablierung der Informatik als Kulturtechnik in schulischen und ausserschulischen Settings bei.