Bündner Wolf M237 findet in Ungarn den Tod
Der Jungwolf M237 lief in knapp zehn Monaten fast 2000 Kilometer weit bis an die slowakische Grenze. Dokumentiert ist dies, weil das Männchen aus dem Stagiasrudel bei Disentis ein GPS-Senderhalsband trägt. Es ist die weiteste Wanderung, die laut der Fachstelle Kora dokumentiert wurde. Doch jetzt ist das Tier mit grosser Wahrscheinlichkeit tot, wie das kantonale Amt für Jagd und Fischerei am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt. Nahe der ungarisch-slowakischen Grenze wurde vor wenigen Tagen das Senderhalsband von M237 gefunden. Vom Tier fehlt laut Jagdamt aber jede Spur. «Gemäss ersten Informationen der ungarischen Behörden werden derzeit im Rahmen der Untersuchungen auch Hinweise auf eine mögliche Wilderei gesammelt», heisst es in der Mitteilung des Jagdamtes.
Christian Stauffer, Geschäftsleiter der Fachstelle Kora, sagt: «Es ist bedauerlich, dass der Jungwolf, der auf seiner Wanderung durch Europa so viele Hindernisse überwunden hat, jetzt – in einem geeigneten Wolfshabitat angekommen – höchstwahrscheinlich tot ist.» M237 hatte sich im vergangenen Juni von der Surselva aus nach Osten aufgemacht. Er durchquerte vier Länder und wurde im März in Ungarn gesichtet.
M237 ist in Ungarn möglicherweise gewildert worden. Das schrieb das Nachrichtenportal «20 Minuten» am Donnerstagmittag. Es berief sich dabei auf die ungarische Nachrichtenseite «boon.hu». Dort heisst es, dass der weit gewanderte Wolf laut unbestätigten Informationen möglicherweise in Nordungarn von einem Jäger illegal erlegt wurde. Gegenüber dem Portal habe die Polizei bestätigt, dass Ermittlungen liefen.
Wölfe sind auch in Ungarn geschützt. Gemäss der Nachrichtenagentur SDA bestätigte die Polizei in Budapest gegenüber mehreren ungarischen Medien, dass die Behörde gegen den mutmasslichen Schützen wegen Verbrechens gegen den Naturschutz ermittelt.