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Schweiz und Welt

IG Welschdörfli fordert längere Öffnungszeiten

Bernhard Aebersold
08.05.2020, 16:36 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

In einem Brief an den Churer Stadtpräsidenten Urs Marti schildert die Interessensgemeinschaft Welschdörfli ihre Betroffenheit in der Coronakrise: «Wir mussten als erste Betriebe einschneidende Restriktionen über uns ergehen lassen und kurz darauf komplett schliessen. Das passierte notabene genau zu dem Zeitpunkt, als die rentabelsten Monate vor der Tür standen», heisst es im Schreiben, das «suedostschweiz.ch» vorliegt.

Eine Stunde zur Kompensation

Die Urheber schätzen den entgangenen Umsatz ihrer Gastrobetriebe ennet der Plessur auf rund sieben Millionen Franken. Um diese wirtschaftlichen Einbussen besser wegstecken zu können, bitte die IG Welschdörfli, sämtlichen Bars, Clubs und Restaurants ab September längere Öffnungszeiten zu gewähren.

So sollen ab September die Öffnungszeiten am Freitag und Samstag um eine Stunde bis morgens um 4 Uhr verlängert werden. «Mit dieser Massnahme könnten wir ungefähr zehn bis 20 Prozent des ausgefallenen Umsatzes bis Mitte 2021 wieder erwirtschaften, was für alle Betriebe eine enorme Hilfestellung bedeuten würde», heisst es in der Mitteilung an den Churer Stadtpräsident Urs Marti weiter.

Streitpunkt: Lärm

Die Anfrage der «Welschdörfler» trifft beim Churer Stadtpräsidenten auf Verständnis. Denn zurzeit prüft der Stadtrat ein ähnliches Anliegen auf der anderen Plessurseite. In der Altstadt könnten Gartenwirtschaften eine Stunde länger – neu bis 24 Uhr – geöffnet bleiben. Könnten, denn die Öffnungszeiten in der Churer Altstadt sind ein heikles Pflaster. Für jede Veränderung der Öffnungszeiten ist eine Verfügung notwendig, gegen die Einspruch erhoben werden kann.

«Wir werden das Anliegen der IG Welschdörfli prüfen und schauen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen», sagt Stadtpräsident Urs Marti gegenüber «suedostschweiz.ch». Er schliesst nicht aus, dass die Verhandlungen zu den verlängerten Öffnungszeiten in der Altstadt, einen Einfluss haben könnten auf das Anliegen im Welschdörfli. «Das Miteinander ist mir in dieser Angelegenheit wichtig. Wenn wir in der Altstadt mit allen Bezugsgruppen gut zurecht kommen, könnte das eine Signalwirkung für das Welschdörfli haben», führt Marti weiter aus.

Dieses Miteinander setzt voraus, dass sich der Lärm während den verlängerten Öffnungszeiten in Grenzen halten müsste – auf beiden Seiten der Plessur. (bae)

Video: Urs Marti zum Anliegen von IG Welschdörfli

BERNHARD AEBERSOLD
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