HSG-Studie testet Zustimmung zu fiktivem St. Galler Windpark
In einer Studie der Universität St. Gallen ist die Akzeptanz eines Windenergieprojekts erhoben worden. Die Zustimmung fiel deutlich aus. Bei den Gegnerinnen und Gegnern löste das Vorhaben starke Emotionen aus. Der Kanton sieht sich in seinem Kurs bestätigt.
Auf einem der beiden St. Galler Stadthügel, beim Wildpark Peter und Paul, platzierten Forschende des «Institute of Responsible Innovation, Sustainability and Energy» der HSG auf einer Fotomontage einen fiktiven Windpark. Danach erhoben sie in einer repräsentativen Umfrage die Haltung der Bevölkerung zum Vorhaben.
322 Personen aus der Region im Umkreis von 10 Kilometern um den Standort sollten erklären, wie sie bei einer Abstimmung über das Projekt entscheiden würden. Das Ergebnis fiel klar aus: 75,4 Prozent der Befragten hätten dazu Ja oder eher Ja gesagt.
Ein Nein zum fiktiven Projekt wäre von 10,9 Prozent eingelegt worden, weitere 9,6 Prozent antworteten mit «eher Nein». Daraus schlossen die Forschenden, dass die Grundhaltung der Bevölkerung zur Windenergie «mehrheitlich positiv» sei, wie es an der Präsentation der Studie am Montag in St. Gallen hiess.
Viel Aufmerksamkeit für Gegner
In einem zweiten Schritt wurde «die Intensität der Gefühle» erhoben. Dabei kam «eine emotionale Asymmetrie» zum Vorschein. Anders formuliert: Nur die entschlossenen Gegnerinnen und Gegner bringen starke Gefühle zum Ausdruck. Dies beschere dieser Gruppe oft überproportional viel Aufmerksamkeit, sagte Studienleiterin Martina Rothenberger.
In der Studie ging es auch um die Frage, wie ein Windpark ausgestaltet sein muss, damit die Akzeptanz möglichst hoch ist. Das wichtigste Kriterium war eine Überraschung. Die Herkunft des Herstellers der Anlage – Dänemark statt China – ist für das Projekt entscheidender als beispielsweise Abgeltungen durch einen «Windzins».
Als zweitwichtigster Faktor stellte sich das Material des Turms heraus. Bevorzugt wird Stahl oder Holz und nicht Beton. Thema der Befragung war auch der Einfluss der Besitzverhältnisse. Regionale Akteure in der Trägerschaft wirken sich positiv aus.