Hormus und Libanon: Streit vor Verhandlungen für Kriegs-Ende
Kurz vor dem geplanten Beginn von Verhandlungen in Pakistan zu einer dauerhaften Beilegung des Konflikts wackelt die vom Iran und den USA vereinbarte befristete Waffenruhe bereits: Die Kriegsparteien streiten um die Öffnung der Strasse von Hormus und die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon.
Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump hält sich der Iran bei der Öffnung der für die globale Energieversorgung bedeutenden Meerenge nicht an das Abkommen über eine zweiwöchige Waffenruhe. Der Iran leiste hier «sehr schlechte Arbeit», die man auch als «unredlich» bezeichnen könne, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Er kritisierte weiter: «Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!» Trump drohte dem Iran aber zunächst nicht unmittelbar mit Konsequenzen.
Kurz zuvor hatte Trump bereits geschrieben, es gebe Berichte, wonach Teheran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser «jetzt damit aufhören!».
Wird Iran überhaupt an den Verhandlungen in Pakistan teilnehmen?
Der Iran wiederum besteht darauf, dass die Waffenruhe auch für den Libanon gelten muss. Dort greift Israel weiterhin Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz an. Auch deswegen blieb zunächst noch unklar, ob Teheran überhaupt Unterhändler zu den heute geplanten Friedensgesprächen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad schicken würde. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr dementierte Berichte, nach denen bereits eine Delegation in Islamabad eingetroffen sei. Vielmehr seien die Verhandlungen gestoppt, solange Israel seine Angriffe auf den Libanon fortsetze.
Aus Sicherheitskreisen in Pakistan hiess es, zunächst seien heute Vorgespräche auf Expertenebene vorgesehen. Am Samstag sei dann ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf demnach auch bis Sonntag andauern.
Für eine langfristige Beilegung des Konflikts müssten sich die Kriegsparteien in vielen strittigen Punkten einig werden, darunter auch Irans Atomprogramm und Teherans Entwicklung ballistischer Raketen.