Hochwasser hält sich in Grenzen
Was für eine nasse Woche. Es giesst und giesst und giesst. Die Linth strömt, glücklicherweise fast ohne über die Ufer zu treten. An deren Mündung wird es allerdings prekärer: Der Walensee ist überbordet und hat sich langsam aber sicher in Richtung der Zelte und Wohnwagen gefressen.
Seit Mitte Woche, als der Platz geräumt werden musste, hat sich die Situation nicht verbessert, wie ein Augenschein am Freitagnachmittag zeigt.
Schon die Anfahrt ins Gäsi wird zum Abenteuer. Land unter unter der Autobahnunterführung. Das Wasser steht so tief, dass die Kinder daran zwar noch ihren Spass haben und die Velofahrer noch so knapp durchstrampeln können – ins Venedig des Glarnerlands. Statt Paläste stehen dort einfach Zelte und Wohnwagen im Wasser. Ganz verlassen ist der Platz nämlich nicht: Vereinzelt lassen sich Menschen auf dem Platz blicken.
Bessere Aussichten für das Wochenende
Der grosse Regen dürfte mindestens im Glarnerland vorerst vorbei sein. Und das Glarnerland ist dabei glimpflich davongekommen. Die Dauerniederschläge der letzten Tage haben offenbar im Kanton keine massiven Schäden verursacht. Die Lage sei ruhig, man sei bisher glimpflich davongekommen, sagt Richard Schmidt, Medienbeauftragter der Kantonspolizei, auf Anfrage. Bis Freitag 16 Uhr seien bis auf eine Ausnahme keine Schadenmeldungen eingegangen. Diese Ausnahme betrifft einen Keller in Ennenda, der am Mittwoch vollgelaufen sei.
In Nidstalden sei der Tüberenbach über die Ufer getreten, habe aber keine weiteren Schäden angerichtet.
Rein präventiver Natur war laut Schmidt eine weitere Meldung von Freitag 14.45 Uhr: Jemand aus Oberurnen habe Sandsäcke angefordert, um sich vorbeugend gegen die hochgehende Rauti schützen zu können. Die Person sei an die Feuerwehr Glarus Nord verwiesen worden.
Stehende Gewässer immer noch gefährdet
Naturgemäss entspannt sich die Lage in stehenden Gewässern erst später – respektive: Es wird auch nach dem Regen noch schlimmer, weil das Wasser aus den Bergen immer noch fliesst. Der Pegelstand des Walensees stand gestern um 16.30 Uhr knapp unterhalb der dritten Gefahrenstufe. Ein Lichtblick aber bleibt: Die Linth brachte zum selben Zeitpunkt nicht mehr so viel Wasser. Und: Das Wetter soll besser werden. Fazit: Da hat das Glarnerland noch einmal Glück im Unglück gehabt.