Hochschulvertreter warnen vor Kürzungen durch Bundesrat
Studierende sowie Lehr- und Forschungspersonal lehnen die vom Bundesrat geplanten Abbaumassnahmen im Bildungs- und Forschungsbereich «weiterhin kategorisch ab». Deren Verbände und Gewerkschaften fordern einen Verzicht auf jegliche Budgetkürzungen.
«Jeder gekürzte Franken fehlt», betonten VSS, actionuni, VPOD und swissfaculty am Montag vor den Medien in Bern. Im Blick hätten sie die bevorstehende Nationalratsdebatte über das Entlastungspaket.
Die «unsinnigen und gefährlichen Budgetkürzungen», die auf der Grundlage eines einzigen Expertenberichts und ohne vorherige Konsultation der Betroffenen und der Kantone beschlossen worden seien, lehne man geschlossen ab. Diese Massnahmen stellten eine schwerwiegende Bedrohung für die Arbeitsbedingungen dar, verstärkten die schlechten Lohnbedingungen («Prekarität») und beeinträchtigten sowohl die Qualität als auch die Unabhängigkeit der Wissenschaft.
Der Vorstand von swissfaculty, der Vereinigung der Hochschul-Dozierenden, argumentierte, dass die vom Bundesrat vorgeschlagenen Budgetkürzungen im Hochschulbereich zu weit gingen und kurzsichtig seien. Es sei die Aufgabe des Parlaments, dies zu korrigieren.
Die Dachorganisation des akademischen Mittelbaus in der Schweiz, actionuni, wies darauf hin, dass die Kürzungen «nicht nur gefährlich, sondern auch ungerecht» seien, da sie den akademischen Mittelbau – Doktorierende, Postdoktorierende, Dozierende und wissenschaftliche Mitarbeitende – «unverhältnismässig stark treffen» würden.
VSS warnt vor sozialer Selektion
Der VSS, der Verband der Schweizer Studierendenschaften, betonte, dass die Debatte über das Entlastungsprogramm 2027 auf einer falschen Annahme beruhe. Während die Schweiz ihre Rechnungen mit einem Überschuss abschliesse, werde eine Sparpolitik durchgesetzt, die Bildung, Forschung und Innovation hart treffe.