Herdenschutz fordert den Kanton weiter
Landwirtinnen und Landwirte sind wegen der verstärkten Wolfspräsenz gefordert, den Herdenschutz zu verstärken. Besonders der Schutz mit Herdenschutzhunden gilt als effektiv. Wie der Kanton Glarus mitteilte, ereignen sich trotzdem immer wieder Risse bei geschützten Herden, wie dies Mitte Juni auf der Alp Saumen und auf der Alp Mürtschen geschehen ist.
Risse trotz mehreren Herdenschutzhunden
Auf der Alp Saumen kam es am 16. Juni zum Vorfall. Dabei wurden aus einer Herde mit über 500 Schafen siebe Tiere gerissen. Gemäss Mitteilung wird vermutet, dass ein Wolf in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni bei einem der Felsköpfe auf die Weide eingedrungen ist und die insgesamt sieben Herdenschutzhunde (vier ausgebildete Hunde, drei Junghunde in Ausbildung) den Wolf aufgrund der Fallwinde nicht gewittert haben. Die elf Hektar grosse Weide ist gemäss Vorschriften des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zu gross, um sie effizient schützen zu können. Da der Alpbewirtschafter die Schafe mit mehr als der üblichen Anzahl an Schutzhunden schützt, werden die ergriffenen Herdenschutz-Massnahmen vom Bafu anerkannt. Die Alp gilt somit als «zumutbar geschützt».
Nur einen Tag später kam es auf der Alp Mürtschen zu einem weiteren Vorfall. Dabei riss ein Wolf ein Lamm aus einer Herde von rund 150 Schafen. Wie der Wolf in die Herde eindringen konnte, konnten die Zuständigen bisher nicht feststellen. Die Herde ist zum einen eingezäunt und wird zum anderen von drei Herdenschutzhunden bewacht. Zudem gilt die Weide gemäss Kriterien des Bafu als «schützbar».
Wie der Kanton weiter mitteilte, muss die Zahl der gesömmerten Schafe mittelfristig erhöht werden, damit ein wirtschaftlicher Betrieb sichergestellt werden kann. Es wird vorgeschlagen, mittelfristig eine ständige Behirtung mit Herdenschutzhunden aufzubauen.