Heinz Mack: Mit Licht und Farben gegen eine «hässliche Welt»
Die Jugend erlebte er im Luftschutzkeller, Hunger war sein Begleiter, und es war das Licht der Geschütze, das ihn zur Kunst brachte. Heute gilt Heinz Mack als Pionier der Lichtkunst und als der Futurist unter den Nachkriegskünstlern in Deutschland.
Am 8. März wird der Mitbegründer der avantgardistischen ZERO-Bewegung 95 Jahre alt.
Wer meint, Mack ruhe sich nun aus und blicke gemütlich auf sein umfangreiches Werk zurück, das fünf Lagerhallen füllt, hat sich gründlich getäuscht. Täglich macht der agile Künstler mit dem streng gescheitelten weissen Haar eine halbe Stunde Gymnastik. Morgens und abends arbeitet Mack in seinem Atelier auf dem denkmalgeschützten Huppertzhof in Mönchengladbach – oder auf der Insel Ibiza, seinem zweiten Domizil.
«Ich bin körperlich vollkommen fit», sagt Mack. «Aber mit Presslufthammern auf Granit rumzuhämmern, das habe ich hinter mir.»
Das Alter nimmt der Bildhauer und Maler mit Humor: «Obwohl ich de facto alt bin, fühle ich mich nicht so, es sei denn, ich schaue in den Spiegel, setzte mein Gebiss ein und die Hörgeräte auf – und eine Lesebrille brauche ich auch», verrät er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einem schriftlich geführten Interview.
Neuanfang mit Stunde Null
ZERO stand Ende der 50er Jahre für einen künstlerischen Neuanfang nach dem Weltkrieg, für eine Stunde Null. Die Mitbegründer der Bewegung, Otto Piene und Günther Uecker, leben nicht mehr – und Mack vermisst sie. Feuermaler Piene starb bereits 2014, Nagelkünstler Günther Uecker im vergangenen Jahr. Nun sei er einer der letzten ZERO-Zeitzeugen, sagt Mack. Angst vor dem Tod habe er nicht, aber er könnte sich auch vorstellen, 100 Jahre alt zu werden.
Seit bald 70 Jahren sind Licht und Struktur die Koordinaten seines Werks. «Licht ist das Thema meines Lebens», sagte Mack einmal. Berühmt wurde er mit silbrigen Reliefs, Lichtrotoren, glitzernden Stelen und Kunstexpeditionen in die Wüste und die Arktis.