Heinz Brand: «Er ist nie im Präsidium angekommen»
Der 52-jährige Nationalrat Albert Rösti hat genug. Nach vier Jahren an der Spitze der SVP gab er am Sonntag seinen Rücktritt bekannt. Damit zieht er Konsequenzen – denn die SVP ging bei den Wahlen im Oktober als grösste Verliererin hervor. RSO-Redaktor Fabio Theus hat mit dem Bündner SVP-Parteipräsidenten Heinz Brand über den Rücktritt gesprochen:
Kam der Rücktritt Ihrer Meinung nach überraschend?
Heinz Brand: Für mich kommt der Rücktritt nicht ganz überraschend, weil ich immer den Eindruck hatte, dass Albert Rösti nicht wirklich im Präsidium angekommen ist.
Was sind die Gründe dafür?
Ich glaube, dass es für ein Parteipräsidium der SVP jemanden braucht, der in der ganzen Schweiz ankommt. Es braucht eine Persönlichkeit, die führungsstark ist und zugleich knallhart weiss, was sie will und wo sie mit der Partei hin will. Einiges davon ist meines Erachtens bei Albert Rösti zu wenig ausgeprägt. Die nötige Härte und das nötige Durchsetzungsvermögen hat gefehlt.
Hätte der Wechsel an der Parteispitze der SVP früher kommen müssen?
Ja, ich war mir bereits bei der Wahl nicht sicher, ob Albert Rösti das mitbringt, was die SVP braucht. Das Wahlresultat, das wir im Herbst erhalten haben, zeigt genau das.