Havertz entschuldigt sich nach WM-Aus
Nach einer dramatischen Niederlage im WM-Sechzehntelfinal gegen das auf dem Papier unterlegene Paraguay finden die Spieler von Deutschland klare Worte. Trainer Julian Nagelsmann kündet an, als Trainer weiter zur Verfügung zu stehen.
Captain Joshua Kimmich blickte nach dem nächsten WM-Debakel ins Leere, die Köpfe gingen nach unten bei den Verlierern von Foxborough. Nach wenigen Minuten trotteten die deutschen Fussballer zu ihren wieder mal masslos enttäuschten Fans in die Kurve – und direkt darauf in die Stadionkatakomben. Die Enttäuschung sass tief nach dem frühen Aus im Sechzehntelfinal.
Die Trainer-Frage
Nach den bitteren Penalty-Fehlschüssen von Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah liegt Fussball-Deutschland wieder gedemütigt am Boden – und Julian Nagelsmann scheint als Trainer der Nationalmannschaft gescheitert. Für die «Bild» war das Ausscheiden gegen Paraguay «der nächste deutsche Albtraum!» Und die Süddeutsche Zeitung sieht es mit «der nächsten Blamage» sehr ähnlich.
Gefragt nach seiner Zukunft sagte Nagelsmann «Das habe ich ja nicht in der eigenen Hand. Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Und wenn man das nicht möchte, muss man mir das sagen. Die Enttäuschung ist natürlich auch bei mir extrem gross.»
Rudi Völler, der deutsche Sportdirektor, stärkte in einer ersten Reaktion Nagelsmann den Rücken, denn «ich bin immer noch überzeugt davon, dass Julian (Nagelsmann) der Richtige ist. Er ist die richtige Person am richtigen Ort. Wenn man in so einer Form ausgeschieden ist, werden es viele nicht verstehen. Aber ich finde immer noch, dass er ein absoluter Toptrainer ist.»
Nagelsmanns Vertrag beim DFB läuft noch bis nach der Europameisterschaft 2028. Er trat im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick an und leitete erstmals eine WM-Kampagne.
«Entschuldigung»
Und die Spieler? «Es gibt nicht viel zu sagen, mir fehlen auch bisschen die Worte», sagte Havertz. «Die letzten Turniere waren nix. Das Einzige, was ich sagen kann: ‹Entschuldigung.› Wir sind natürlich auch alle enttäuscht.» Das Team habe sich viel vorgenommen, ergänzte der Stürmer mit monotoner Stimme: «Jetzt wieder zu enttäuschen, ist natürlich kein schönes Gefühl.»