Hantavirus bei Kreuzfahrt: Passagiere reisen in Heimatländer
Die Heimreise der deutschen und der anderen europäischen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs «Hondius» von Teneriffa aus ist nach Angaben des spanischen Innenministers gesichert. «Ich kann bestätigen, dass die Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande bereits geplant sind», sagte Fernando Grande-Marlaska bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Mónica García in Madrid.
Das Risiko für die Menschen auf der Kanareninsel Teneriffa sei gering – zumal auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei, schrieb der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einer Veröffentlichung, mit der er sich direkt an die Bevölkerung von Teneriffa wandte.
Transport der Kreuzfahrtpassagiere in versiegelten Fahrzeugen
Die Passagiere werden laut Tedros im Industriehafen von Granadilla an Land gebracht, in versiegelten und eskortierten Fahrzeugen über einen vollständig abgesperrten Korridor transportiert und direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. «Sie werden keinen Kontakt zu ihnen haben – ebenso wenig wie Ihre Familien», schrieb Tedros der Bevölkerung Teneriffas.
Der WHO-Direktor versicherte erneut, dass es sich bei dem aufgetretenen Hantavirus nicht um ein mit Corona vergleichbares Virus handelt. «Das ist nicht ein neues Covid.»
Von deutschen Behörden gab es zunächst keine genauen Angaben zur Rückführung. Auf dem Kreuzfahrtschiff sind Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern.
Auch Deutsche an Bord des Schiffs
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums befindet sich an Bord des Schiffs eine mittlere einstellige Zahl von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Das Wohnortprinzip regelt, welches Gesundheitsamt zuständig ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in einer Handreichung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die Passagiere sollten sechs Wochen lang nach einer letzten möglichen Exposition in Quarantäne bleiben. Eine häusliche Quarantäne sei grundsätzlich möglich, hänge jedoch von diversen Faktoren ab.