Wirtschaftsfaktor Zweitwohnungsbesitzer
Dann gab es etwas noch nie Dagewesenes zu besprechen: Ein Mitglied hatte einen Antrag gestellt. Der Verein solle seinen Unmut zur Neuorganisation des ÖV kund zu tun, wurde verlangt. Albert Kruker, Direktor Destination Davos Klosters, der an der Versammlung ohnehin sprechen sollte, erhielt dadurch diese Möglichkeit früher als erwartet. «Ich würde den Antrag, nach dem die RhB und Davos Tourismus kreativ nach Lösungsmöglichkeiten suchen sollen, damit der angedrohte Abbau vermieden werden kann, sofort selbst unterschreiben», eröffnete er. «Niemand ist zufrieden.» Im Anschluss versuchte er die Hintergründe, die zur aktuellen Situation geführt hatten, zu erklären. Die Rede war von neuen gesetzlichen Vorgaben, von Einzel- statt Pauschalzählung, von einer Auflösung des Tarifverbunds Davos Klosters und davon, dass auf den Winter 25/26 eine für alle gute Lösung bereit stehen solle. «Es ist kompliziert», schloss er. Das fand offenbar auch die Versammlung, war aber nicht zufriedengestellt. Bei der Abstimmung darüber, ob der Antrag überwiesen werden sollte, wurden beim Ja deutlich mehr Karten in die Höhe gestreckt als beim Nein.
Die Gemeinde
Wie üblich bei der GV des Vereins kommen auch die Gastgeber zu Wort. Favre Accola berichtete neben dem bereits Erwähnten, dass die Gemeinde auf die nächste Durchführung ein Konzept vorstellen wolle, das den WEF-Verkehr in die Schranken weisen würde, und berichtete von einer guten Akzeptanz des Loipenpasses. Eine interessante Antwort hatte sie auf eine Frage aus dem Plenum, warum in Davos nicht schwarzgeräumt werde. «Wir erhalten etwa gleich viele Rückmeldungen dafür wie dagegen», fing sie an und erklärte, der aktuell wenige Schnee mache die Sache nur schwieriger. Bezüglich Schneeräumung habe sie sich im Oberengadin erkundigt, wo erst kürzlich auf Schwarzräumung umgestellt worden sei. «Dort überlegen sie sich, wieder zum auch hier praktizierten reduzierten Winterdienst zurückzukehren.»
Die Destination
Kruker wiederum teilte seinen Eindruck von der Destination nach sieben Monaten hier. Beim Sport habe es ein unfassbar breites Angebot, und das Kongresswesen sei top. Dieses fülle die Betten während der Zwischensaison. Natürlich konnte er das WEF nicht auslassen. «Ich sehe die Vor- wie auch die Nachteile.» Trotzdem hoffe er, dass der Anlass noch lange bleibe. «Man darf das WEF einfach nicht als Ausrede nutzen.» Auch die Bergbahnen erwähnte er lobend. «Sie sind der Motor. Gesunde Bergbahnen geben dem Tourismus Sicherheit.» Der Werbespruch «Davos unlimited» sei richtig, fand Kruker zusammenfassend. «Doch Davos kann noch mehr. Das müssen wir transportieren.»
Für die Bergbahnen trat Reto Gamper, stellvertretender Leiter Bergbahnbetriebe, vor die Versammlung und berichtete über den Spannungsboden zwischen Projekten, Grundeigentümern und behördlichen Bewilligungen.