Gruppenvergewaltigung an US-Elite-Uni? Was bekannt ist
Eine mutmassliche Gruppenvergewaltigung an einer der renommiertesten Universitäten der USA sorgt zwei Jahre später für Aufsehen.
Sieben damalige Mitglieder der Studentenverbindung Chi Phi an der Cornell-Universität werden von einer ehemaligen Studentin beschuldigt, sie im Oktober 2024 unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen sexuell missbraucht zu haben. Strafrechtlich verfolgt wurde damals niemand. Nach einer neuen Zivilklage wird der Fall nun erneut untersucht – und sorgt für breite Fassungslosigkeit.
Was soll im Oktober 2024 passiert sein?
Die damals 20 Jahre alte Studentin war nach Darstellung ihrer eingereichten Zivilklage in der Nacht zum 19. Oktober 2024 im Verbindungshaus von Chi Phi auf dem Campus der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York. Sie gibt an, dort unter anderem zum Konsum von Ketamin gedrängt und anschliessend von mehreren Männern über Stunden sexuell missbraucht worden zu sein. Wegen der Wirkung der Drogen sei sie zeitweilig nicht in der Lage gewesen, sich zu wehren oder sexuellen Handlungen zuzustimmen. Die geschilderten Vorgänge sind bislang Vorwürfe der Studentin, die nur unter dem Pseudonym Jane Doe bekannt ist. Einige der Beschuldigten weisen die Vorwürfe laut US-Medien in Teilen oder vollständig zurück.
Cornell ist eine private Universität und gehört zur sogenannten Ivy League, einer Gruppe renommierter Elite-Universitäten im Nordosten der USA.
Warum gab es 2024 keine Anklage?
«Ich kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ich wurde vergewaltigt», soll die Angeklagte laut US-Medien damals gegenüber der Universitätspolizei ausgesagt haben. Der zuständige Bezirksstaatsanwalt sagte, das Dokument von der Universität habe er damals nie erhalten. In der Erklärung von 2024, die er kenne, habe die Frau nichts beschrieben, was eine Straftat dargestellt hätte. Er war massgeblich an der Entscheidung beteiligt, dass es 2024 nicht zu einem Verfahren kam. Der Anwalt der Frau, Thomas Giuffra, sagte dem Sender CNN, seine Mandantin habe zunächst verdrängt, dann Scham empfunden und sei dann zu der Erkenntnis gelangt, dass sie von Menschen vergewaltigt worden war, die sie für ihre Freunde gehalten hatte. «Ihre Reaktionen waren eine Lehrbuchreaktion auf ein Trauma», so der Anwalt.