Grückliche Gastgeber und Schweizer im Medaillenrausch
Glückliche Gastgeber, Schweizer im Medaillenrausch und ein Hund auf Abwegen: Olympia in Italien hatte einiges zu bieten. Für das IOC könnte das Spektakel ein Nachspiel haben.
Nach gut zwei Wochen grosser Gefühlsoper hat das Spektakel Winter-Olympia Italiens Bühnen am Sonntag verlassen. Für die bitteren Tränen waren selten Schweizer Athletinnen und Athleten zuständig, mit 23-mal Edelmetall schrieben sie so manche Erfolgsgeschichte.
Der Theaterdonner kam mit dem Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewitsch einmal mehr vom Internationalen Olympischen Komitee. Als Sound dieser Winterspiele wird der 80er-Jahre-Ohrwurm «Sarà perché ti amo» von Ricchi e Poveri unvergessen bleiben: «Es wird daran liegen, dass ich Dich liebe». Eine Bilanz der Winterspiele:
Olympische Inseln
Offiziell erstmals zwei Gastgeber, sieben Austragungsorte, viele weite Wege. Diese Winterspiele waren dezentral wie nie zuvor – ein Wagnis im Sinne der IOC-Vorgaben für mehr Nachhaltigkeit. Manch ein Skirennfahrer fühlte sich in Bormio wie auf einer einsamen Insel und klagte, dass sich ein olympisches Gemeinschaftsgefühl so nicht herstellen liess. In einigen Athletendörfern wie in Cortina d'Ampezzo waren dagegen die Gratis-Kondome für die Sportlerinnen und Sportler zeitweilig aufgebraucht. An die grossen Distanzen wird sich die Wintersport-Welt gewöhnen müssen. In Frankreichs Alpen 2030 sieht das Konzept sehr ähnlich aus, für 2038 hat die Schweiz mit ihren Plänen im Fall eines Zuschlags Gleiches vor.
Italienische Herzlichkeit
So mancher hatte klischeehaft an italienischer Organisationskunst gezweifelt. Mailands Eishockeytempel funkelte ziemlich unfertig auf Brachland, und weil die Tramlinie 12 nicht rechtzeitig verlängert wurde, improvisierten die Gastgeber eher mittelgut mit Shuttlebussen. Doch ob gelegentliches Verkehrschaos, Pannen mit kaputten Medaillen oder Stromausfall im Curling-Stadion – mit Gelassenheit und Herz lächelten die Macher der Spiele alle vermeintlichen Sorgen klein.