Grosse Herausforderungen für Chur Bus
Beim Bus Chur und dem Engadin Bus läuft es gut. Ihre Betreiberin, die Bus und Service AG schaut auf ein positives Geschäftsjahr zurück. Wie es im aktuellen Geschäftsbericht heisst, hat sie gut neun Millionen Fahrgäste in Chur und im Oberengadin befördert. Gut drei Millionen Kilometer habe die Flotte dafür zurückgelegt, schreibt das Unternehmen weiter und liefert auch gleich ein Rechenbeispiel mit: Drei Millionen Kilometer, das bedeutet fast 40'000 Mal die Strecke zwischen Chur und St. Moritz.
In Chur fuhren im Vergleich zum Vorjahr mehr Fahrgäste mit, im Engadin weniger. Insgesamt waren die neun Millionen beförderten Personen aber eine neue Höchstleistung. Das Unternehmen schreibt von einer «erfreulichen Steigerung von 7,5 Prozent» gegenüber dem Vorjahr.
Altes Vertriebssystem muss weg
Nicht ganz so rund scheint es aber im technischen Bereich zu laufen. Die digitale Transformation sei für KMUs wie die Bus und Service AG eine Herausforderung, heisst es im Geschäftsbericht. Man habe das ganze Unternehmen von externen Experten durchleuchten lassen – sämtliche Prozesse müssten verbessert oder sogar neu aufgesetzt werden.
Besonders ein nationales ÖV-Projekt sorgt derweil für eine grosse technische Umstrukturierung beim Bündner Busunternehmen. Die «Netzweite ÖV-Anbindung», kurz NOVA ist eine zentralisierte Plattform für den Vertrieb von Angeboten des öffentlichen Verkehrs. Dort würde die Bus AG auch gerne mitmachen. Nur: Ihr Vertriebssystem ist zu alt, es ist nicht kompatibel mit der neuen, nationalen Lösung. «Das derzeitige Vertriebssystem mit der Kundenkarte Chipcard in Chur und Easy-Drive im Engadin ist am Ende des Lebenszyklus», steht im Geschäftsbericht. Man habe deshalb im vergangenen Jahr mit der Beschaffung eines neuen Vertriebssystemes begonnen.
Neuer Anlauf mit Hybridfahrzeugen
Die eigene Umweltleistung und die Bemühungen um umweltfreundliche Lösungen für den Betrieb der Busflotten, stellt das Busunternehmen bei seiner Kommunikation besonders ins Zentrum. Nachdem «Dr Bus vu Chur» 2011 eine Weile lang mit dem ersten in der Schweiz zugelassenen MAN-Hybridbus unterwegs war, hat sich das Unternehmen diesbezüglich aber nicht mehr hervorgetan. Die Hybrid- und Elektrobusse seien für die Streckenprofile der Liniennetze nicht geeignet gewesen.
Nun soll ein Fahrassistenzsystem namens Ribas zum Einsatz kommen – ein neuer Anlauf mit der Hybridtechnologie also. Die Busse sollen durch dieses System unter anderem weniger CO2 ausstossen und dem Fahrer unterschiedliche Informationen zu seinem Fahrstil liefern. Im vergangenen Jahr stiessen zudem drei neue Citaro-Hybrid-Solobusse zur Flotte des Engadin Bus. Im Laufe des Jahres will die Bus und Service AG weitere Hybridbusse anschaffen.
AG übernimmt Geschäftsführung der Stiftung Mobilita
Seit Herbst 2019 führt die Bus und Service AG die Geschäftsstelle der gemeinnützigen Stiftung Mobilita. Wie die Bus und Service AG mitteilt, sei die Zusammenarbeit gut gestartet. Die Stiftung bietet Bündnerinnen und Bündnern mit AHV- oder IV-Rente und Mobilitätseinschränkungen finanzielle Unterstützung bei Fahrdiensten an. Finanziert wird sie durch Kantonsleistungen und Spendengelder. (jas)