Grössere St. Galler Städte kämpfen mit Finanzproblemen
Die Städte im Kanton St. Gallen stehen unter grossem finanziellen Druck. Mit Sparprogrammen versuchen sie, ihre strukturellen Defizite zu verringern. Steuererhöhungen sind wie in der Kantonshauptstadt kein Thema oder scheitern wie in Rapperswil-Jona oder Gossau am Widerstand.
In der Stadt St. Gallen startet bereits das dritte Sparprogramm in Folge. Nach «Fit13+» und «Fokus25» wird nun «Alliance» umgesetzt. Bis 2029 wird damit der Haushalt um 17,1 Millionen Franken entlastet werden. Damit verbunden ist ein Abbau von 46,1 Vollzeitstellen, der über Fluktuationen und Pensionierungen erfolgen soll.
Das eine Entlastungspaket sei noch nicht abgeschlossen, da werde schon das neue aufgegleist, fasste Stadtpräsidentin Maria Pappa (SP) am Mittwoch die Entwicklung zusammen.
In der Kantonshauptstadt fiel die Rechnung des letzten Jahres deutlich besser aus als budgetiert. Der Blick auf zentrale Kennzahlen wie das Betriebsergebnis, die Selbstfinanzierung und die Nettoverschuldung zeige aber, dass Einsparungen weiterhin notwendig seien. Es brauche das Entlastungsprogramm, erklärte sie.
Nein der Bürgerversammlung
Eine ähnliche Ausgangslage gibt es in Rapperswil-Jona. Obwohl die Jahresrechnung 2025 deutlich besser als veranschlagt ausfiel, bleibe ein strukturelles Finanzierungsproblem, informierte der Stadtrat Mitte April. Die laufenden Einnahmen reichten nicht aus, um grosse Infrastrukturvorhaben aus eigener Kraft zu finanzieren. Es brauche weiterhin «gezielte Massnahmen und klare Prioritäten».
2025 hatte die Stadtregierung eine Steuererhöhung von 74 auf 79 Prozent vorgeschlagen. Der Schritt sei notwendig, um die finanzielle Stabilität der Stadt zu sichern und dem starken Anstieg der Schulden entgegenzuwirken, argumentierte das Gremium. Doch die Bürgerversammlung lehnte den Antrag am 3. Dezember ab.
Gossauer Stadtrat verliert Abstimmung