Graubünden will Ski-Unfallopfer zurück in ihre Wohnkantone senden
Wie der «Tagesanzeiger» am Montag berichtete, will der Kanton Graubünden verunfallte Skitouristen in die Spitäler ihrer Herkunftskantone zurückführen. Dies, um der Überlastung des Bündner Gesundheitswesens entgegenzuwirken.
«Wir haben mehrere Spitäler in den Herkunftskantonen unserer Touristen angefragt, ob sie für verunfallte Skitouristen Kapazitäten hätten. Doch die Antworten waren ernüchternd», sagte Peter Peyer gegenüber dem «Tagesanzeiger». Auch in den angefragten Kantonen seien die Spitäler aufgrund der Coronapandemie bereits gefüllt.
Gemäss dem «Tagesanzeiger» – der sich auf mehrere Sitzungsteilnehmer beruft – brachte Peyer den Engpass in seinen Spitälern am Montag in der Krisensitzung der Gesundheitsdirektoren mit Bundesrat Alain Berset ein. Berset antwortete dem Vernehmen nach, wenn die Spitäler überfüllt seien, müsse der Kanton halt die Skigebiete schliessen. Peyer wollte die Aussagen aus internen Aussprachen nicht kommentieren.
Spezielle Bewilligung nötig
Der Bundesrat hat am 4. Dezember im Grundsatz entschieden, dass die Schweizer Skigebiete trotz Corona weiteroperieren dürfen – ab dem 22. Dezember aber nur noch mit einer speziellen Bewilligung ihres Kantons. Um diese zu erhalten, mussten die Skigebiete bis letzten Freitag umfangreiche Schutzkonzepte einreichen.
Doch die Kantone dürfen diese Bewilligung nur ausstellen, wenn in ihren Spitälern «hinreichende Kapazitäten für die Behandlung sowohl von an Covid-19 erkrankten Personen als auch von anderen Personen, namentlich solchen mit Sportverletzungen, zur Verfügung stehen», so der Wortlaut der bundesrätlichen Covid-19-Verordnung.
Ob diese Bedingungen inGraubünden noch gegeben sind, lässt Peyer derzeit offen. «Darüber muss der Gesamt-Regierungsrat entscheiden.» Bereits am Dienstagwerde die Regierung darüber beraten. «Wenn wir nicht genügend Reserven in den Intensivstationen haben, müssen wir den Betrieb der Bergbahnen einschränken oder ganz einstellen», so Peyer.
Die Zahl der Intensivpflegeplätze im Kanton Graubünden wurde bereits um rund 50 Prozent aufgestockt – auf derzeit 22, so der «Tagesanzeiger». (reb)