Graubünden rechnet 2027 mit Defizit und rekordhohen Steuereinnahmen
Graubünden hat für 2027 ein Minus budgetiert. Die Ausgaben wachsen stärker als die Einnahmen. Die Rechnung 2026 dürfte hingegen deutlich besser als erwartet ausfallen.
Die Verantwortlichen des Finanzdepartements gehen 2027 von einem Defizit von 99,3 Millionen Franken aus. Der Hauptgrund dafür ist gemäss Regierungsrat Martin Bühler (FDP), dass die Gesamtausgaben im Vergleich zum Budget 2026 um 70,6 Millionen Franken zunehmen. «Das Wachstum der Gesamtausgaben von der Rechnung 2022 bis zum Budget 2027 beträgt 30 Prozent», erklärte Bühler vor den Medien. Die Beiträge an Gemeinwesen und Dritte bleiben der wichtigste Ausgabentreiber des Kantons.
In den vergangenen vier Jahren lag das durchschnittliche jährliche Wachstum mit 5,7 Prozent deutlich über dem Wirtschaftswachstum, das sich auf 1,7 Prozent pro Jahr belief. Zu den Bereichen mit der betragsmässig stärksten Zunahme in dieser Periode zählen die individuellen Prämienverbilligungen, die Beiträge an Spitäler, Kranken- und Pflegeheime, der öffentliche Verkehr sowie die sonderpädagogischen Massnahmen.
Wie Bühler festhielt, konnte das Ausgabenwachstum aber zumindest verlangsamt werden, so betrug dieses im Budget 2026 noch 3,1 Prozent, und im Budget 2027 sind es noch 2,3 Prozent.
Erstmals über eine Milliarde Steuereinnahmen
Auf der Ertragsseite rechnet der Kanton trotz einer Steuerfusssenkung aufs laufende Jahr mit 33,5 Millionen Franken höheren Steuereinnahmen im Vergleich zum Budget 2026. Die Steuereinnahmen überschreiten erstmals die Grenze von einer Milliarde Franken. Die Zunahme ist insbesondere auf einen Anstieg bei den natürlichen Personen zurückzuführen. Im Nationalen Finanzausgleich erhöhen sich die Erträge dank Ergänzungsbeiträgen des Bundes von 49,7 Millionen um insgesamt 10 Millionen Franken.