Graubünden beantragt finanzielle Hilfe beim Bund
Der Bundesrat hat ein Machtwort gesprochen: Ab Dienstag sind schweizweit für einen Monat Restaurants, Kultur-, Freizeit- und Sportbetriebe geschlossen. Die Skigebiete dürfen offen bleiben. Der Bundesrat geht also den Bündner Weg.
Die Regierungsräte Jon Domenig Parolini, Peter Peyer und Marcus Caduff informierten am Freitagnachmittag über das weitere Vorgehen des Kantons Graubünden. Durch die Schliessungen und die Einschränkungen bei den Hotels und Restaurants, sei der Branche ein Umsatz von 200 Millionen Franken verloren gegangen, sagte Caduff. Abzüglich der variablen Kosten, verblieben der Gastronomie noch etwa 70 Millionen ungedeckte Kosten. Die bisherigen Massnahmen würden nicht reichen, um der Gastronomie zu helfen. Hilfe kommt vom Bund: besonders betroffene Kantone haben Anrecht auf zusätzliche finanzielle Hilfe. Graubünden werde deshalb umgehend 70 Millionen Franken beim Bund beantragen.
Für die Take-Away-Angebote in den Ski-Gebieten werde zudem nach einer Lösung betreffend Sitzmöglichkeiten zum Konsum gesucht, verspricht Caduff. Der Tourismus trage die Hauptlast der neuen Massnahmen. Somit sei Graubünden, wie andere Gebirgskantone, besonders betroffen. Auch hier erhoffe sich die Regierung finanzielle Unterstützung vom Bund.
Peyer hat nur eine weitere Bemerkung: Die entsprechende Verordnungsanpassungen bezüglich Schnelltests müsse genau angeschaut werden. Man wolle aber an der begonnen Massentest-Strategie festhalten. Gäbe es weitere Schnelltests, die in der Anwendung einfacher seien als die bisherigen, werde man diese prüfen.
Graubünden sei ausserdem der einzige Kanton der Schweiz, mit einer Positivitätsrate unter 5%, sagt Peyer. Von 22 Betten auf der Intensivstation seien Stand heute zwölf besetzt, sieben davon durch Corona-Patienten, sagt Peyer.
Auch werde die Impfstrategie vom Kanton vorangetrieben, der Impfstoff könne nämlich schneller bereit sein, als gedacht. Trotzdem sei damit zu rechnen, dass es mehrere Monate dauern könne, bis genügend Impfdosen vorhanden seien, um flächendeckend zu impfen, so Peyer.