Gottéron könnte am Sonntag mehr als nur ein Spiel verloren haben
Nirgends in der Schweiz ist die Sehnsucht nach einem ersten Meistertitel so gross wie im Freiburgerland. Nun droht dieser einmal mehr zu platzen, eine viel versprechende Ausgangslage wurde verspielt.
Es ist wie verhext mit dieser Jagd nach einem ersten Meistertitel im hockeyverrückten Freiburg. Zum fünften Mal steht man im Playoff-Final, dazu belegte man vor Einführung der Playoffs 1983 ebenfalls den 2. Platz – sechs Punkte hinter dem EHC Biel. Und einmal mehr sieht man seine Felle davonschwimmen.
Vieles sprach dafür, dass es diesmal klappen könnte. In den ersten fünf Finalspielen war man dem favorisierten Qualifikationssieger Davos ebenbürtig. Zweimal gelang auswärts das Break, doch beide Male konnte man den Vorteil zuhause nicht bestätigen. Vor dem eigenen Anhang im Hexenkessel zu St-Léonard versagten die Nerven. Nur ein Goal (1:3 und 0:1) war die viel zu magere Ausbeute.
Fribourgs historischer Einbruch
Dennoch hätte man sich am Sonntagabend in Davos zwei Matchpucks sichern können, gab den Sieg aber geradezu fahrlässig aus den Händen. In einem überragenden ersten Drittel führte Fribourg völlig verdient 3:0, liess aber 30 Sekunden vor der ersten Pause noch einen Gegentreffer zu. Einen von grosser Bedeutung, wie die Davoser Enzo Corvi und Simon Knak, aber auch der Freiburger Cheftrainer Roger Rönnberg unisono bekräftigen. «Das 3:1 hat ihnen Energie gegeben», bedauert der 54-jährige Schwede.
Im Mitteldrittel fällt sein Team phasenweise komplett auseinander, kann aber nach dem 3:4 immerhin noch einmal reagieren. Am Ende gewinnen dennoch die Davoser 5:4 nach Verlängerung, und das entscheidende Tor ist dabei ebenfalls ärgerlich. Nathan Marchon wandert auf die Strafbank, weil er im eigenen Drittel den Puck ziemlich unbedrängt über das Plexiglas spediert. Adam Tambellini nutzt die Überzahl entschlossen zum Siegtreffer.
Bis ins Jahr 1995 muss man zurückblättern, um einen Final zu finden, in dem ein Team nach einem Dreitore-Vorsprung noch verlor. Da machte Kloten gegen Zug aus einem 0:3 ein 4:3 und feierte seinen dritten von letztlich vier Meistertiteln in Serie.