Goldener Bär geht an «Gelbe Briefe» von İlker Çatak
Das Politdrama «Gelbe Briefe» des Berliner Regisseurs İlker Çatak hat den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Das gaben die Internationalen Filmfestspiele in Berlin bekannt.
Damit hat erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals erhalten. Zuletzt hatte «Gegen die Wand» von Fatih Akin im Jahr 2004 den Goldenen Bären gewonnen.
Regisseur und Drehbuchmitautor Çatak («Das Lehrerzimmer») erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara. Die deutliche politische Positionierung des Paares führt zu einem Berufsverlust und damit materieller Not. Sie sollen mundtot gemacht werden.
Sandra Hüller als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet
Schauspielerin Sandra Hüller wurde mit einem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama «Rose» von Markus Schleinzer.
Hüller verkörpert darin eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert in einem kleinen, abgelegenen Dorf als Mann ausgibt. Die Thüringerin gewann bereits 2006 den Silbernen Bären als beste Darstellerin für ihre Rolle in dem Drama «Requiem».
«Kurtuluş» gewinnt den Grossen Preis der Jury
Den Grossen Preis der Jury erhielt die Tragödie «Kurtuluş» des türkischen Regisseurs Emin Alper. Stilistisch an einen Western erinnernd, handelt der Film vom mörderischen Kampf zweier Dorfgemeinschaften gegeneinander.
Das Demenzdrama «Queen at Sea» des Amerikaners Lance Hammer wurde mit zwei Preisen ausgezeichnet. Der Film erhielt den Preis der Jury. Zudem gewannen die Briten Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay einen Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle. Calder-Marshall spielt eine demenzkranke Frau, Courtenay ihren Ehemann.