Glattalbahn-Ausbau nimmt Hürde trotz Streit um teuren Veloweg
Die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt des Zürcher Kantonsrats hat den Weg für die Verlängerung der Glattalbahn in Kloten geebnet. Trotz Diskussionen über die Kosten der geplanten Velohauptverbindung empfiehlt eine Mehrheit der Kommission das Projekt zur Annahme.
Das Vorhaben ist weit mehr als ein reines ÖV-Projekt. Es umfasst die Verlängerung der Glattalbahn, den Bau einer zentralen Veloroute sowie Massnahmen für den Hochwasserschutz. Mit 11 zu 4 Stimmen hat die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) dem Kantonsrat beantragt, die erforderlichen Kredite für das Gesamtpaket freizugeben, wie sie am Donnerstag mitteilte.
Um den zunehmenden Verkehr im Glattal zu bewältigen, soll die Glattalbahn um rund 3,3 Kilometer vom Flughafen bis in das Industriegebiet Steinacker verlängert werden. In der Kommissionsberatung war dieser Ausbau des öffentlichen Verkehrs weitgehend unbestritten.
Streitpunkt Velohauptverbindung
Während die Bahnverlängerung und der Hochwasserschutz kaum für Gegenwind sorgten, entwickelte sich die geplante Velohauptverbindung zum Zankapfel der Debatte. Für den Radweg, der von Bassersdorf bis zum Flughafen führen soll, sind Kosten von 100,6 Millionen Franken veranschlagt.
Die Veloroute soll im Wesentlichen entlang der neuen Bahntrassee verlaufen und ist auf der gesamten Strecke mit einem Gehweg kombiniert. Um Fussgänger und Velofahrer sicher trennen zu können, ist eine Breite von 5,50 Metern vorgesehen. Die Berechnung der Kosten basiert auf einem Kostenteiler, der bei solchen kombinierten Projekten im Kanton seit vielen Jahren Anwendung findet.
Einer Minderheit der Kommission, bestehend aus Vertretern der SVP, sind diese Ausgaben jedoch deutlich zu hoch. Sie kritisieren das Projekt als überteuert und fordern den Regierungsrat mittels eines Rückweisungsantrags auf, den Kostenteiler anzupassen und die Kosten zu senken. Sollte dieser Antrag scheitern, verlangt die Minderheit eine pauschale Kürzung der Veloweg-Kredite um 23 Millionen Franken.