Glarner sammeln mehr Karton
Der Umsatz im Online-Handel nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im vergangenen Jahr laut einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz um 10 Prozent. Und die Post als nur ein Beförderer unter mehreren hat 2018 138 Millionen Pakete ausgeliefert. Das sind für jeden Einwohner des Landes 16 Stück.
Fast alle Pakete werden als Kartonschachtel geliefert, und viele dieser Schachteln werden bei den Sammelstellen der Gemeinden entsorgt. Und so steigt die Menge an gesammeltem Altkarton seit Jahren ziemlich kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr sind im Glarnerland 500 Tonnen Altkarton gesammelt worden. Das ist vier Mal mehr als im Jahr 2000. Dies teilt die Abteilung Umweltschutz und Energie des Kantons mit.
Die 500 Tonnen entsprechen 12,5 Kilo Karton pro Glarnerin und Glarner. Die Sammlung von Altkarton sei aufwendig, schreibt die kantonale Abteilung in ihrem Newsletter. Denn Kartonschachteln seien sperrig und müssten gepresst werden, um den Transportaufwand in Grenzen zu halten.
Während die Menge an gesammeltem Karton ansteigt, sinkt sie beim Altpapier. Seit dem Jahr 2000 ist sie von 2500 Tonnen auf 2000 Tonnen pro Jahr gesunken. Auch diese Veränderung führt der Kanton auf veränderte Konsumgewohnheiten zurück: Die Zahl der Zeitungsabonnements habe sich vermindert, die Zeitungen seien dünner geworden, umfangreiche Beilagen wie die früheren Stellenanzeiger fehlten ganz. «Dieser Trend dürfte auch in Zukunft anhalten», so der Kanton. Die Altpapiersammlung behalte aber ihre Bedeutung, sei Altpapier gemessen am Gewicht doch immer noch das zweitwichtigste Recyclinggut.
Übertroffen wird das Altpapier nur vom Grüngut. Davon sind 2018 rund 3500 Tonnen gesammelt worden. Die Menge ist starken Schwankungen unterworfen, hat sich aber seit 2000 ungefähr verdoppelt. «Dies ist zu einem guten Teil auf die bessere Sammelinfrastruktur in den Gemeinden zurückzuführen», heisst es im Newsletter. So könne das Grüngut im Sommerhalbjahr jede Woche in Behältern vor der Haustüre bereitgestellt werden. Das sei für die Haushalte bequem und habe zu einer erfreulichen Zunahme der Sammelmenge geführt, aber auch zu höheren Kosten für das Recycling.