Gestrandeter Wal liegt Fachleuten zufolge im Sterben
Der in der Ostsee vor Deutschland gestrandete Buckelwal liegt Fachleuten zufolge im Sterben.
Dass der Wal nicht auf Boote reagiere, sei ein Zeichen für den Sterbeprozess, sagte Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wie lange dies dauere, sei unklar. Es könne heute Abend passieren, aber auch erst in drei Tagen.
Der seit mehr als einer Woche in der Bucht vor der Insel Poel festsitzende und kranke Wal lebt. Die Lage sei unverändert, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Vormittag.
Wale brauchen Schwerelosigkeit im Wasser
Das Hauptproblem seien das Gewicht des Buckelwals und das flache Wasser, sagte König. «Wale brauchen die Schwerelosigkeit im Wasser, das Gewicht wird immer weiter auf die Organe drücken, das führt zu Organversagen und Kreislaufkollaps», sagte König. «Es hängt davon ab, wie viel Auftrieb er im Wasser hat, und vom Gesamtzustand.»
Auch die durch den geringen Salzgehalt des Wassers geschädigte und eingerissene Haut sei ein Problem: «Es bilden sich Blasen, und die werden von Möwen angepickt.» Dann könnten Pilze und Bakterien die Wunden besiedeln und sich auf den ganzen Organismus auswirken, was den Wal zusätzlich schwäche.
Laut Stephanie Gross vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung geht es dem Wal zunehmend schlecht. Er habe zuletzt auf Annäherung per Boot praktisch nicht mehr reagiert, sagte Gross am Dienstag. Zuvor habe der Wal noch die Schwanzflosse bewegt oder den Kopf angehoben.
Konzept für Bergung in der Abstimmung
Am Dienstag hatten Expertinnen und Experten ausgeschlossen, das Tier lebendig zu bergen. Wegen des niedrigen Wasserpegels und seiner geringen Kraft werde sich der zwölf Tonnen schwere Meeressäuger auch nicht selbst freischwimmen können, erklärte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek.