Gestohlene St. Galler Luxuskarossen landen in Frankreich
Junge Männer aus Frankreich werden in die Schweiz geschickt, um aus Autohäusern Luxuskarossen zu stehlen und sie über die Grenze nach Westen zu bringen. Die Diebe schlagen auch im Kanton St. Gallen häufig zu.
Zwei Männer brettern massiv zu schnell mit einem gestohlenen Auto durch die Stadt Zürich und über die Autobahn in Richtung Westen. Das mutmassliche Ziel der beiden Franzosen: ihr Heimatland. Sehr weit kommen sie allerdings nicht. Irgendwann lassen sie das Fahrzeug auf der Autobahn A1 stehen und versuchen, sich zu Fuss aus dem Staub zu machen. Doch ihre Flucht, während der auch ein Schuss seitens der Polizei fällt, endet bei Oberentfelden AG, wo die beiden gemäss einem Communiqué der Kapo Zürich festgenommen werden.
Szenen wie die im Kanton Aargau von Anfang Februar könnten sich auch in der Ostschweiz abspielen. Denn die gesamte Schweiz steht seit einigen Monaten im Visier von Autodieben, die es auf Luxuskarossen aus Autohäusern abgesehen haben. «Stand Anfang März verzeichneten wir sieben Einbrüche in Garagenbetrieben, bei denen acht Autos gestohlen wurden», sagte etwa Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Weniger im Fokus seien dagegen private Garagen.
Ein Blick auf Medienmitteilungen der St. Galler Kantonspolizei aus jüngerer Zeit lässt ein Muster erahnen: Anfang März stahlen Unbekannte aus einem Garagenbetrieb in Ebnat-Kappel einen Porsche GT3. «Gemäss jetzigen Erkenntnissen flüchtete die Täterschaft mit dem Auto nach Frankreich», so die Polizei damals in einem Communiqué.
In allen Fällen war Frankreich das Ziel
Bereits im Januar hatten Diebe aus einer Autogarage in Goldach drei hochpreisige Autos gestohlen. Auch diese wurden nach Frankreich gebracht. Zu einem gestohlenen BMW aus einem Garagenbetrieb im Westen der Stadt St. Gallen vom Februar machte die Polizei zwar im ursprünglichen Communiqué keine Angaben darüber, wohin das gestohlene Auto gebracht wurde.
Auf Nachfrage sagte Florian Schneider aber: «Bei allen seit Anfang Jahr aus St. Galler Garagenbetrieben gestohlenen Autos gehen wir davon aus, dass die Fahrzeuge nach Frankreich gebracht wurden oder es das Ziel war, diese nach Frankreich zu bringen.» Nicht alle erreichten das Land. Einige Diebe wurden noch in der Schweiz gestoppt und verhaftet.