Genres und Generationen treffen in Montreux aufeinander
Von Vittoria Burgunder (Keystone-SDA), Montreux
Das 60. Montreux Jazz Festival hat die ersten Tage hinter sich. Bereits der Festivalstart hat bewiesen, dass der zweiwöchige Anlass längst über die Musik hinausgeht.
Das Eröffnungswochenende hat das zweiwöchige Musikfestival an der Waadtländer Riviera bestritten – und dabei stilistisch so alles Denkbare abgedeckt. Alleine Raye hat die musikalische Vielfalt von Jazz, Soul, R'n'B, Vocal Pop und orchestralen Elementen mitgebracht. Mit Alicia Keys und Mark Ronson als Überraschungsgäste sorgte die britische Musikerin ausserdem für den hochkarätigen Starfaktor.
Nostalgiker versorgt Montreux weiterhin mit Acts, zu denen es eine langjährige Beziehung pflegt. Mit dem neunten Konzert von Sting etwa, der am Samstag in seinem Trio unter anderem Neuinterpretationen der Songs von The Police spielte.
Am Sonntagabend folgte der Singer-Songwriter Nick Cave, der sich – typisch für seine transzendent anmutenden Konzerte der vergangenen Jahre – immer wieder langsam auf die ausgestreckten Arme des Publikums senken liess. Gemeinsam mit seiner Band The Bad Seeds füllte er das Auditorium Stravinski im neuen Kongresszentrum. Zwischen seinen Balladen und wuchtig-bluesigen Gothic-Rock-Stücken sagte er immer mal wieder: «Fucking Montreux!». Am Ende flossen unter den Zuschauenden sogar Tränen, als Nick Cave als letzte Zugabe am Klavier die Liebesballade «Into My Arms» spielte.
Kaviar und Pizza
Im neuen Kongresszentrum, wo diese Festival-Headliner auftreten und die Konzerte kostenpflichtig sind, herrscht nach wie vor ein andere Atmosphäre, als draussen, wo die kostenlosen Konzerte entlang des Seeufers stattfinden. Im Kongresszentrum befindet sich etwa die Caviar House Seafood Bar, im Aussenbereich des Festivalgeländes steht dagegen Streetfood wie Kebab, Hot-Dog, Pizza auf dem Menü.
Für Feriengefühle sorgen die Gratiskonzerte an der Seepromenade. Der französische Indie-Rocker James Baker verband am zweiten Festivaltag verzerrte Gitarrenriffs, Schlagzeug und elektronische Beats mit der stimmungsvollen Kulisse des Sonnenuntergangs. In Montreux trifft sozusagen raue Punk-Attitüde auf sommerliche Romantik.