Genfer Ständerat wettert gegen Zürcher Eruv-Zone
Der Genfer Ständerat Mauro Poggia enerviert sich über die jüdische Eruv-Zone in der Stadt Zürich. Für ihn ist eine solche Zone, in der die Ruhetagsregeln für orthodoxe Juden nicht gelten, mehr als rückwärtsgewandt.
Man müsse sich einmal vorstellen, dass eine andere Gemeinschaft, etwa Muslime, eine solche Zone beantragen würde, um ihre Riten zu praktizieren, schrieb Poggia vom rechtsbürgerlichen Mouvement Citoyens Genevois (MCG) auf Linkedin.
Für ihn ist die von der Stadt Zürich bewilligte Eruv-Zone das Ergebnis einer «linken Mehrheit, die rückwärtsgewandt ist». Hier werde ein «freiwilliges Ghetto aufgebaut», schrieb er weiter. Poggia ist wegen seiner Ehefrau selber zum Islam übergetreten.
Gelockerte Sabbat-Regeln
Beim Eruv handelt es sich um ein Liniennetz, das mehrere Quartiere verbindet, vor allem Wiedikon, Enge und Wollishofen. Die so abgeschlossene Zone ist 14 Quadratkilometer gross und erlaubt Jüdinnen und Juden gelockerte Sabbat-Regeln.
Am Sabbat dürfen Jüdinnen und Juden vom Sonnenuntergang am Freitag bis zum Einbruch der Dunkelheit am folgenden Samstag unter anderem keine Gegenstände im öffentlichen Raum tragen. Dazu zählen Gebetsbücher und Mahlzeiten. Auch das Bewegen von Kinderwagen und Rollstühlen ist nicht erlaubt.
Mit dem Eruv, was aus dem hebräischen übersetzt «Mischen» bedeutet, sind diese Regeln gelockert. Für die Errichtung des Eruv war eine Baubewilligung der Stadt notwendig.