Gemeinsame Erdbeben-Übung der Schweiz und der EU-Länder
Die Schweiz und europäische Länder stärken ihre Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Es ist das allererste Mal, dass die Schweiz eine solche Übung organisiert und ausrichtet. An der fiktiven Erdbebenkatastrophe in der Waadt und Genf beteiligen sich 500 Personen.
Sie üben von Dienstag bis Freitag in Epeisses GE, Genf und Payerne VD im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus UPCM die internationale Kooperation nach einem schweren Erdbeben. Es werden über 250 ausländische Einsatzkräfte aus der EU und Armenien erwartet. Aus der Schweiz nehmen Zivilpersonen, Armee-Angehörige sowie Statisten teil.
Gemäss dem Szenario Bevölkerungsschutzübung EU MODEX Switzerland 2026 muss die Schweiz aufgrund sehr schwerer Schäden in diesen Kantonen sowie im Kanton Freiburg den EU-Hilfsmechanismus in Anspruch nehmen.
Mechanismus kam bei Crans-Montana zum Zug
Wenn die nationalen Kapazitäten überschritten werden, kann die Schweiz, wie jedes mit dem UPCM assoziierte Land, ihre europäischen Partner um Hilfe bitten. Im vergangenen Januar hatte die Schweiz im Falle der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS mit 41 Toten und 115 Verletzten, auf die UPCM zurückgegriffen. Diese Unterstützung ermöglichte die Versorgung von Patienten in mehreren Ländern.
Ab Dienstagnachmittag kam die Verstärkung angesichts des Ausmasses des fiktiven Erdbebens zu Hilfe. Gemäss dem Szenario wurden in Epeisses Statisten unter zwei Trümmerhaufen begraben.
«Wichtig ist insbesondere, die Interoperabilität der Teams aus verschiedenen Ländern untereinander zu testen», erklärte Philippe Boeglin, Sprecher des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (Babs), der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Man müsse «die gleiche Fachsprache sprechen», um Zeitverlust zu vermeiden, so der Kommandant des Waadtländer Zivilschutzes, François Fleuti.