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Südostschweiz
29.08.2022, 11:44 Uhr
heute um 11:31 Uhr

Seit 26 Jahren gibt es an verschiedenen Standorten das lizenzierte Programm «Femmes-Tische/Männer-Tische». Was mit einer visionären Idee im Kanton Solothurn begonnen habe – mit Gesprächsrunden Elternbildung in Schweizer Wohnzimmer zu bringen – habe sich zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte entwickelt, schreibt die Bündner Standeskanzlei in einer Mitteilung. So hätten im letzten Jahr schweizweit mehr als 12'000 Menschen verschiedenster Sprachen und Kulturen in kleinen Gruppen unter Anleitung von geschulten Moderierenden gemeinsam Fragen zu Alltag, Gesundheit, Familie und Integration diskutiert, Erfahrungen und Wissen ausgetauscht sowie Informationen zu Angeboten und Beratungsstellen erhalten.

Schon 30 Gespräche in Graubünden

Dieses Angebot kommt nun auch nach Graubünden. Gemäss Mitteilung zählen zum Bündner Moderationsteam aktuell acht Frauen und vier Männer mit eigener Migrationserfahrung, die in den Regionen Imboden, Landquart, Plessur oder Prättigau/Davos lokal verankert sind. 

Nach dem Startschuss in diesem Frühjahr haben bereits über 30 Gesprächsrunden stattgefunden. Wie es weiter heisst, bestärken die Rückmeldungen der Moderatorinnen und Moderatoren Margot Heuberger, Standortleiterin von Femmes-Tische/Männer-Tische Graubünden, in ihrer Überzeugung, dass die Einführung des bewährten Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramms in Graubünden wichtig ist. «Unsere Moderierenden bringen über ihre privaten Netzwerke Menschen zusammen, um miteinander über konkrete Alltagsthemen zu reden», lässt sie sich zitieren. Im Zentrum stehen dabei diejenigen Fragen, welche die Teilnehmenden am meisten beschäftigen. «Darauf werden gemeinsam Antworten gesucht und gefunden. Jede so gewonnene Einsicht stärkt die soziale Integration. Fragen gibt es viele – unsere Moderierenden bleiben am Ball.» 

Das Angebot «Femmes-Tische/Männer-Tische» soll vor allem Menschen erreichen, die kaum einen Zugang zu formalen Angeboten finden und nicht selten in sozialer Isolation leben. Hierzu zählen insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund. Fragestellungen und Erfahrungen in der eigenen Sprache mit anderen diskutieren zu können, wirke sich für viele positiv auf die Alltagsbewältigung aus. Wie eine aktuelle Wirksamkeitsstudie der Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit aufzeigt, sehen sich Teilnehmende durch die Erweiterung ihrer Handlungsspielräume in der sozialen Teilhabe gefördert, zudem würden sie wie auch ihre Familien und ihr nahes Umfeld von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren.

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