Das Projekt für eine neue Badi in Gommiswald geht baden
Die Gommiswalder Stimmbürgerschaft am Sonntag hat den Baukredit von 3,15 Millionen Franken für Sanierung und Umbau der Badi Gommiswald mit 980 Nein zu 820 Ja abgelehnt. 54,4 Prozent sprachen sich also gegen das Projekt aus. Bei einer Stimmbeteiligung von 45,3 Prozent.
«Es war zu vermuten, dass an der Urne ein Nein resultiert», meinte Kantonsrätin Franziska Steiner-Kaufmann, die Präsidentin der Mitte Gommiswald ist, auf Nachfrage. Dies, weil zwei Parteien, die eigene und die SVP Gommiswald, im Vorfeld die Nein-Parole gefasst hätten. Die Mitte hatte sich eine Überarbeitung des Projekts gewünscht.
«Es ist nicht unsere Meinung, dass jetzt fünf Jahre nichts gemacht werden soll», so Steiner-Kaufmann. Vielmehr solle das Nein als Chance für eine Überarbeitung betrachtet werden. Vor allem das Dach müsse besser geplant werden. Denn beim jetzigen Projekt schütze dieses die tragende Konstruktion des Badi-Baus aus Holz nicht vor Regen.
«Wenn man Leute aus der Holzbranche fragt, würde der Bau bei einem solchen Dach nicht länger als 15 Jahre halten», so Steiner-Kaufmann. Laut ihr wäre es wünschenswert, wenn eine neue Planung nun zügig an die Hand genommen würde. Und sie hielt fest: «Die Mitte Gommiswald hat nicht Nein zur Badi gesagt, sondern Ja zu einem besseren Projekt.»
«Nicht gegen die Badi«
Auch Martin Thalmann, Präsident der SVP Gommiswald, die ebenfalls die Nein-Parole zum Projekt gefasst hatte, sagte am Sonntag, dass seine Partei nicht gegen die Badi sei. Aber über drei Millionen für ein «Leichtbauprojekt» auszugeben, «ist überrissen». Es sei klar, dass ein 50 Jahre altes Badi-Gebäude mit Küche, Umkleideräumen und Duschen saniert werden müsse. Übertrieben seien aber die Pläne für den Neubau, der einem «Kunstwerk» gleiche. Dementsprechend seien die Kosten viel zu hoch.
«Schade, dass die Badi-Kommission nicht schon früher den Mut hatte, diese Planung abzubrechen», so Thalmann. «Aber Projekte, finanziert durch öffentliche Gelder, werden gerne abgenickt», meinte er weiter. Jetzt müsse man zusammensitzen und schauen, ob es wirklich einen Neubau brauche. Oder ob es eine vernünftige, zweckmässige, günstigere Lösung für die Sanierung des Bestehenden gäbe. Auch Thalmann wünscht sich, dass eine solche Lösung «so schnell wie möglich zustande kommt».