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Schweiz und Welt

Gemeinde übernimmt EWZ-Quartier auf dem Septimerpass

Jano Felice Pajarola
03.09.2022, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Sie steht auf 2300 Metern über Meer gleich südlich der Septimerpasshöhe: die Tgesa da Sett, vom Zürcher Energieunternehmen EWZ einst gebaut als Unterkunft für die Freileitungsmonteure, wenn sie dort im Einsatz waren. Inzwischen gehören die Freileitungen alle der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, weshalb das EWZ das Quartier für die Mitarbeitenden nicht mehr braucht. Neuer Eigentümer wird die Gemeinde Surses, deren Territorium auch die Parzelle der Tgesa da Sett umfasst: Die Gemeindeversammlung hat Anfang Woche beschlossen, das massive Steingebäude zu erwerben – für 250'000 Franken. Das Zürcher Unternehmen war bereit, ein Angebot deutlich unter dem Schätzwert zu machen, wie aus der Versammlungsbotschaft hervorgeht. 

Vorteil für Ela-Trek-Hütte

Der Kauf hat konkrete Gründe: Unmittelbar neben der Tgesa da Sett entsteht derzeit in einer ebenfalls von der Gemeinde Surses gekauften früheren Militärunterkunft ein neues kleines Agrotourismus-Angebot, das Teil des Weitwanderwegs Parc-Ela-Trek werden soll. Die künftigen Betriebsleiter dieser bewirteten Hütte mit Übernachtungsmöglichkeit werden nun während der Saison in der Tgesa da Sett wohnen können; damit bleiben in der Ela-Trek-Hütte zwei Betten mehr für die Wandernden frei. Ausserdem kann die Hütte ihr Wasser aus der bisherigen EWZ-Quelle beziehen, statt eine 500 Meter lange Zuleitung bauen zu müssen.

Nochmals überprüfen soll die Gemeinde Surses den eigentlich im Februar bereits definierten Standort für einen neuen Werkhof in Cunter. Die Gemeinde hätte dort das Areal der Firma Von Büren übernehmen und für ihre Zwecke umnutzen wollen. Mit 89:34 Stimmen wurde nun aber einem Antrag stattgegeben, das Geschäft und den Verpflichtungskredit von 3,25 Millionen Franken an den Vorstand zurückzuweisen. Dieser solle stattdessen ein neues Projekt neben der Deponie Davos Fallung in Savognin erarbeiten, so die Gemeinde in einer Medienmitteilung.

La Nars wird teurer

Mit 88:26 Stimmen zuhanden der Urnengemeinde verabschiedet wurde ein Nachtragskredit von 1,1 Millionen Franken für die im März genehmigte Realisierung der Sportanlage La Nars in Savognin. Auch zu diesem Geschäft gab es einen Rückweisungsantrag aus der Versammlung mit der Forderung, das Projekt zu überarbeiten, dieser wurde aber mit 74:27 Stimmen verworfen. Die Erhöhung des gesamten Bruttokredits auf 5,6 Millionen Franken geht laut Botschaft einerseits auf verschiedene von Fachleuten nachträglich empfohlene Projektanpassungen zurück, andererseits auf die aktuelle Teuerung. Knapp 200'000 Franken sind zudem als neue Reserve eingeplant. Die Sportanlage La Nars soll nun in zwei Etappen realisiert werden; die Gesamteröffnung ist für Spätherbst 2023 vorgesehen. Der Urnengang zum Nachtragskredit wird am 25. September erfolgen.

Trafostationen für Resurses

Von der Versammlung gutgeheissen wurden schliesslich zwei weitere Geschäfte: Für einen Bruttokredit von 700'000 Franken werden zwei Trafostationen errichtet, die für den Betrieb der neuen Sägerei Resurses in Tinizong notwendig sind. Und in Marmorera kann das ehemalige Gemeindehaus für 220'000 Franken an eine Privatperson zwecks Umnutzung zur Erstwohnung verkauft werden.

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