Geheimfavorit Kolumbien trifft auf Ex-Trainer
Kolumbien trifft in der ersten K.o.-Runde als klarer Favorit auf Ghana, der Sieger im Achtelfinal allenfalls auf die Schweiz. Bei Ägypten gegen Australien wird es eine Premiere geben.
Mit grossem Selbstvertrauen geht Kolumbien am Samstag (3.30 Uhr Schweizer Zeit) ins den Sechzehntelfinal in Kansas City gegen Ghana. Nach Siegen über Usbekistan und Kongo sowie einem 0:0 gegen Portugal erreichte es als Gruppensieger die K.o.-Spiele. Die Black Stars sollen nur eine Etappe auf dem Weg in den vierten WM-Achtelfinal und weiter sein. Gegner könnte dort die Schweiz sein.
Im Weg steht allerdings ein vertrautes Gesicht: der frühere Cheftrainer Carlos Queiroz coacht nun die Afrikaner. Der Portugiese betreute Kolumbien von 2019 bis 2020, bevor er nach deutlichen Niederlagen gegen Uruguay und Ecuador in der WM-Qualifikation seinen Posten räumen musste. Nun hat der Weltenbummler, der u.a. den Iran, Ägypten, den Oman, Südafrika und Katar sowie auf Klubebene Real Madrid betreute, mit Ghana etwas vor. Die Gruppenphase überstand sein Team als einer der besten Drittplatzierten. Lediglich gegen Panama gab es einen 1:0-Sieg, Kroatien unterlag man 1:2, England rang man immerhin ein 0:0 ab.
Glücksgefühl wie 2010
Der 73-jährige Queiroz, der als Trainer seine sechste WM erlebt, möchte an Ghanas begeisternden Lauf bei der WM 2010 anknüpfen, als die Black Stars in Südafrika die Viertelfinals erreichten. «Es ist wichtig, dass jeder morgens aufwacht und dieses Glücksgefühl verspürt», sagte Captain Jordan Ayew in einem Interview mit Olympics.com. «Das hat uns einige Jahre lang gefehlt. Dass wir dieses Gefühl jetzt zurückgebracht haben, ist etwas Besonderes.»
Prunkstück Ghanas ist die solide Defensive, auch wenn der St. Gallen-Goalie Lawrence Ati Zigi sich im ersten Gruppenspiel gegen Panama verletzte und seither nicht mehr zum Einsatz kam. Die Kolumbier werden sich davon nicht beirren lassen. Die Cafeteros haben sich bei dieser Endrunde still und leise zu einer der überzeugendsten Mannschaften entwickelt. Eine stabile Defensive verbindet sich mit offensivem Fussball.