Spital Davos wird Partner von «smarter medicine»
Gemeinsam will man eine Sensibilisierung und eine offene Diskussion zwischen der Ärzteschaft, den Patientinnen und Patienten sowie der Öffentlichkeit zum Thema «unnötige Behandlungen» fördern.
Es gibt Behandlungen und Untersuchungen, die für Patientinnen und Patienten keinen Mehrwert darstellen. Dazu gehören unangezeigte Vitamin-D-Messungen oder überflüssige Eisensubstitutionen und Bluttransfusionen.
Eine «klügere» Medizin
«smarter medicine» plädiert ganz nach dem Motto «Weniger ist manchmal mehr» dafür, die begrenzten Ressourcen in der Gesundheitsversorgung zum Wohle der Patientinnen und Patienten effizient und gewinnbringend einzusetzen.
Hinter diesen Zielen steht als erstes Bündner Spital auch die Spital Davos AG, die ihre Gesundheits-Fachpersonen in internen Weiter- und Fortbildungen für das Thema sensibilisiert. «Das Spital Davos propagiert, lehrt und lebt eine ‹smarter medicine›», sagt Daniel Ribeiro, Chefarzt Innere Medizin des Spitals Davos. «Die Partnerschaft ermöglicht uns einen Austausch mit Fachpersonen aus Spitälern der ganzen Schweiz sowie den Zugang zu neuesten Forschungsresultaten und hilft uns dabei, uns stetig zu verbessern». Das Partnernetzwerk von «smarter medicine» umfasst aktuell 40 Spitäler, Fachgesellschaften, ambulante Netzwerke und andere Organisationen in der Schweiz.
Verschiedene Massnahmen
Die Aktivitäten des Vereins «smarter medicine» sind vielfältig. Die Bandbreite reicht von der Veröffentlichung unnötiger Behandlungen aus den verschiedenen medizinischen Fachgebieten und Gesundheitsberufen über die Förderung von Forschungsprojekten bis hin zum «Empowerment» von Patientinnen und Patienten. Letztere sollen ermutigt werden, mit den Gesundheitsfachkräften auf Augenhöhe in einen Dialog zu treten.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die sogenannten «Top-5-Listen», auf denen jeweils fünf Behandlungen medizinischer Fachrichtungen oder Gesundheitsberufe aufgeführt sind, die in der Regel keinen Nutzen bringen. Inzwischen wurden in der Schweiz rund 22 solcher Listen veröffentlicht und über 20 weitere sind in Arbeit. (pd)