Für Pirmin Werner ist Silber ein kleiner Trost
Am Freitag fliessen Tränen der Enttäuschung, am Samstag folgt die Silbermedaille. Im vierten Anlauf versöhnt sich der Skiakrobat Pirmin Werner zumindest teilweise mit den Olympischen Spielen.
Nein, ganz verschwunden sei die Enttäuschung vom Vortag nicht. «Aber die Silbermedaille hilft schon ein wenig», sagt Pirmin Werner. Dank des Teamspringens nimmt der Athlet aus dem Zürcher Weinland, dem man nachsagt, er verbreite überall gute Stimmung, doch noch olympisches Edelmetall mit nach Hause.
Es ist eine Medaille, mit der während des Wettkampfs nicht unbedingt zu rechnen war. In der Qualifikation profitierte das Team von Patzern der Konkurrenz. Und im Finaldurchgang mussten Werner und Roth zwei Topsprünge zeigen, nachdem Teamkollegin Kozomara gestürzt war. Beide wagten fünf Schrauben – und beide standen ihre Sprünge.
Gefangen zwischen zwei Gefühlswelten
Für Werner ist Silber ein kleiner Trost für die bittere Enttäuschung vom Freitag. Lange hatte es im Einzel so ausgesehen, als könnte es sein Tag werden. Er beendete die Qualifikation als Erster und die ersten beiden Finaldurchgänge als Zweiter. In der Medaillenentscheidung ging er volles Risiko und zeigte als Einziger der Top-6-Springer den «Hurricane». Den Sprung mit den drei Schrauben im Mittelteil hatte er im Training noch gestanden, im Wettkampf jedoch nicht.
Werner stürzte bei der Landung und verlor die Skis. «Alles weg», sei ihm durch den Kopf gegangen, während er den Steilhang hinunterrutschte. «Ich habe mich intensiv auf diesen Moment vorbereitet, und dann herrscht einfach eine grosse Leere», sagte er später im Zielraum. Er war gefangen zwischen zwei Gefühlswelten: Einerseits die Freude über den Silbersprung seines guten Freundes Noé Roth, andererseits die Enttäuschung darüber, dass es für ihn selbst nicht gereicht hatte.