Für einen Moment löst ihre Musik alle Probleme
Nathalie Froehlich begann im Lausanner Untergrund mit Techno-Rap. Mit ihren Auftritten, die sich gern mal zum kathartischen Rave entwickeln, hat sie längst die Bühnen der Deutschschweiz erobert. Am Freitag ist ihr Debütalbum «Et la Fin sera Belle» erschienen.
Es ist eine intensive Zeit für Nathalie Froehlich: Sie befindet sich zwischen Terminen und hält für das Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf einer Raststätte irgendwo im Wallis. Am Freitag erscheint ihr Debütalbum. In dieser sonnig-friedlichen Landschaft zeigt sie sich mit einer schnellen Raver-Brille auf der Nase. Über Handy-Videocall erklärt sie, dass viele überrascht sind, dass ihr Debütalbum «Et la Fin sera Belle» erst jetzt erscheint.
Denn die Rapperin ist schon seit einiger Zeit auf dem Radar. Sie rappt mit schwindelerregender Geschwindigkeit auf Französisch und manchmal auf Englisch über technoiden Sound. Ihre Musik ist stark von der Rave-Szene Lausannes geprägt, in der sie ab Anfang zwanzig semilegale Partys im Freien oder in besetzten Häusern mitorganisierte. Dort hatte sie auch erste Auftritte, bei denen sie spontan über die DJ-Sets rappte.
Von der Pop- zur Techno-Party
Und dann geschah 2022 etwas Ungewöhnliches für die Schweizer Musikszene: Noch bevor sie in der Romandie richtig durchstartete, entdeckten und buchten sie Deutschschweizer Veranstalter. «Das ist schon merkwürdig», sagt Nathalie Froehlich. Von anderen Musikschaffenden weiss sie, wie schwierig es ist, den Röstigraben zu überwinden. Ihr eigener Weg führte sie von links-autonomen Kellern der Region Lausanne direkt auf Bühnen in der Deutschschweiz – erst danach wurde sie auch in der Romandie entdeckt.
Mittlerweile hat sie über 140 Shows auf grossen Bühnen wie dem Paléo oder dem Gurtenfestival gespielt, aber auch an kleineren Entdecker-Festivals, wie der Bad Bonn Kilbi in Düdingen. Über 200 Konzerte sind es sogar, wenn man jene Anlässe mitzählt, die nirgends öffentlich ausgeschrieben werden. Nathalie Froehlichs Auftritte sind natürlich nicht zum Stillstehen gedacht. Gerade weil sie sich von der Pop-Party zum kathartischen Rave entwickeln, dürfte sie bei Bookerinnen und Bookern dermassen beliebt sein.