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Schweiz & Welt

Fritz Stüssi feiert ein ganzes Jahrhundert Leben

Fridolin Rast
25.12.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Von seiner eigenen Kindheit hat er wenig erzählt. Doch als Fritz Stüssi am 22. Dezember 1919 auf die Welt kam, war der Weltkrieg noch nicht lange zu Ende. «Zu Ende, aber noch nicht ganz ausgestanden», sagt Sohn Hans, der für die Feier aus dem Aargau ins Pfrundhaus nach Glarus gekommen ist: «Der Erste Weltkrieg, wohlverstanden.»

Dass er in der Harmoniemusik Glarus Klarinette spielte, das hat mit Fritz Stüssis Kindheitserinnerungen zu tun. Denn eigentlich wollte er Handorgel spielen lernen. Doch statt eines Akkordeons habe er nur eine Glarner Zither bekommen. «Und die hat er nie angerührt.» Wenn wieder Landsgemeindezeit ist, dann singt er offenbar auch im Altersheim noch gelegentlich den Landsgemeindemarsch.

Genau mitgezählt

Es ist ein echtes Jahrhundertereignis, wie Tochter Elsbeth lachend erklärt. Sie und Hans haben ihren Vater gestern auch noch mit den Offiziellen gefeiert. «Eigentlich bin ich ja jetzt schon im 101. Jahr», meint Jubilar Fritz Stüssi und schmunzelt, als ihm Landammann Andrea Bettiga und Ratsschreiber Hansjörg Dürst gratulieren und ein paar Flaschen Wein überreichen. Und Fritz Stüssi freut sich auch enorm, von Gemeindeschreiber Markus Rhyner ein hübsch dekoriertes Geschenk überreicht zu bekommen. Samt Gratulationsbrief.

Seit 13 Jahren ist Fritz Stüssi nun im Pfrundhaus, eingezogen ist er mit seiner Frau Lucia, doch sie ist im April 2009 gestorben. Eine geborene Feldmann, vom Bitziberg, wie Tochter Elsbeth erklärt.

Ein Haus für die Familie gebaut

Fritz Stüssi war Maurer und Gipser und hat beim Löntschwerk gearbeitet. Hat meterhohen Schnee geschaufelt und bei Lawinengefahr auch mal im Klöntal übernachten müssen. «1946 hat er unser Haus an der Lerchenstrasse gebaut», erzählt Hans aus seinem eigenen Geburtsjahr: «Und Vater erzählt hie und da vom Skiclub Riedern, den er mitgegründet hat.» 77 Jahre ist das auch schon her. Er sei überhaupt sehr sportlich gewesen. Und Jäger, da habe er immer wieder Erinnerungen hervorgekramt. Dazu war er leidenschaftlicher Schütze.

«Ich danke allen, die mich heute beehrt haben», sagte der Jubilar zum Schluss. Er ist bei recht guter Gesundheit, und Tochter Elsbeth ergänzt: «Er hat ein enorm starkes Herz.»

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